Aachen: 2100 Weihnachtskisten: Liebe Worte und Momente, die haften bleiben

Aachen: 2100 Weihnachtskisten: Liebe Worte und Momente, die haften bleiben

Es sind Kisten voller Leckereien, Speisen für ein schönes Weihnachtsessen und mit ein paar kleinen Gaben für Kinder. Aber sind vor allem Kisten, die Solidarität und Miteinander ausdrücken, die am Donnerstag bei der Aachener Tafel ausgegeben wurden. 2100 Weihnachtskisten hatten die Aachener am Mittwoch ins Alte Kurhaus gebracht.

Donnerstagmorgen wurden die ersten Kisten an die Kunden der Aachener Tafel ausgegeben. Jutta Schlockermann, Leiterin der Aachener Tafel, und ihr Team waren wie immer mit helfenden Händen und lieben Worten zu Stelle. „Es ist keine leichte Aufgabe. Es berührt, wenn man sieht, dass es den Menschen von Jahr zu Jahr schlechter geht”, sagt sie.

Aber es gibt auch diese kleinen Begegnungen, die irgendwie zu Weihnachten gehören, die es zwischen den festlich gestalteten Spendenkisten gibt. Da steht Jutta Schlockermann auf einmal vor dieser Frau, die sie schon seit Monaten nicht mehr gesehen hatte. Die schwer krank war und nun vor ihr stand und ihr ganz leise „Danke” sagte.

Ein Tag, den es nur gibt, weil es Menschen schlecht geht

Und dann ist da eine andere Frau, der Schlockermann seit Monaten mit auf den Weg auf dem Tafelladen an der Clermontstraße gibt, sie möge ganz schnell ihre Deutschkenntnisse verbessern. Das würde ganz viele Türen öffnen, die nicht der Aachener Tafel gehören. Und da war sie nun, die Frau, schaute Schlockermann mit großen Augen an und sagte in tollem Deutsch: „Guten Morgen Frau Schlockermann.”

Es sind diese Geschichten, die von einem Tag haften bleiben, den es nur gibt, weil es Menschen schlecht geht. Sehr schlecht. Der aber deswegen umso wichtiger ist. „Wir wissen, dass wir das Leben dieser Menschen nicht verbessern können. Aber wir wissen, dass wir ihnen das Weihnachtsfest versüßen können”, sagt die Tafel-Chefin. Rasch wird Kiste um Kiste aus dem Ballsaal getragen. Auch in der Clermontstraße werden welche abgeholt - von denen, die gehbehindert sind und nicht in die Innenstadt kommen können.

„Wir wissen, dass sich unsere Kunden lange auf die Weihnachtskisten freuen. Sie sprechen schon im August davon”, sagt Schlockermann. Ein Mann mit grauem Haar, Stock und faltigem Gesicht, dass von vielen Weihnachtsfesten erzählt, kommt schaut auf die vielen, vielen Kisten, die um die Mittagszeit noch im Ballsaal stehen. Dann nimmt er eine, die in rotem Weihnachtspapier eingeschlagen ist und so ihren Inhalt verbirgt. „Frohe Weihnachten” steht auf einem Umschlag, der oben auf die Kiste geklebt wurde.

Mehr von Aachener Zeitung