200 Teilnehmer bei der "Fridays for Future"-Kundgebung in Aachen

Schüler demonstrieren : Einsatz für das Klima auch in den Ferien

Auch während der Sommerferien finden sich bei der Aachener „Fridays for Future“-Demo Hunderte Teilnehmer ein. Die jungen Aktivisten wollen aus ihrer Schüler-Demo eine gesamtgesellschaftliche Bewegung machen.

Die ersten Zeilen des Liedes „3 Schüsse in die Luft“ von Kraftklub schallen um zehn Uhr durch die Rotunde: „Meine Mutter sagt: Junge geh mal schlafen, fahr mal in' Urlaub! Aber ich soll auf die Straße, sagt Farin Urlaub.“ Und tatsächlich scheinen es an diesem Freitag einige wenige junge Menschen mit Farin Urlaub zu halten: Sie sind zum Klimastreik von „Fridays for Future“ an den Elisenbrunnen gekommen.

Auch in den Sommerferien, das haben die Aachener „Fridays for Future“-Organisatoren immer wieder betont, will die Gruppe aktiv bleiben und für ihre Anliegen kämpfen: die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und den schnellen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung.

Um aus der Schülerbewegung eine gesamtgesellschaftliche Bewegung zu machen, haben sich die Aachener nun überlegt, außer den Freitagsdemos noch Projektgruppen zu unterschiedlichen Themen an den Start zu bringen. „Das richtet sich vor allem an die Leute, die freitags nicht unbedingt dabei sein können, oder nicht im Organisationsteam sind, und trotzdem für unsere Ziele kämpfen wollen“, sagt Nele Hochkirchen, eine der Organisatorinnen. Das Kernteam bestehe in Aachen derzeit aus rund 30 Personen, so die 15-jährige Schülerin.

Themen der Projektgruppen könnten etwa ökologisches Kochen, Kosmetik aus eigener Herstellung, Stromanbieterwechsel oder auch nachhaltige Mobilität sein. „Wir stellen uns das als Workshops vor“, so Nele Hochkirchen, die erklärt, dass die Schüler für solche Projekte auch noch Experten gewinnen wollen.

Von Sanktionen, wie sie am Donnerstag in Mannheim die Runde machten – dort hieß es zwischenzeitlich, dass Schüler Bußgelder für das Fehlen in der Schule zahlen müssten – hat man in Aachen noch nichts gehört. „Einige von uns haben aufgebrummt bekommen, den Schulhof sauber zu machen“, sagt Hochkirchen.

Vitus Studemund, einer der jungen Aktivisten, spricht kurze Zeit später von der von Umweltministerin Svenja Schule geplanten CO2-Abgabe. „Das finde ich richtig“, sagt er, „aber es reicht längst nicht aus. Es kann nicht sein, dass ein Flug nach London billiger ist als eine Zugfahrt quer durch Nordrhein-Westfalen!“ Weiterhin fordert er Asylrecht für Klimaflüchtlinge, deren Heimat durch den Anstieg des Meeresspiegels gefährdet ist. Viel Zustimmung gibt es von den Teilnehmern.

Gegen elf Uhr, als sich der Demonstrationszug in Bewegung setzt, ist die Gruppe vor dem Elisenbrunnen auf etwa 200 Personen angewachsen. Er sei froh, dass trotz der Schulferien so viele Menschen zur Demo kommen, sagt Studemund. Und Nele Hochkirchen erklärt, dass man sich als nächstes auf den großen Sommerkongress von „Fridays for Future“ in Dortmund vorbereiten werde. In Aachen soll es Ende September wieder größere Demos geben. „Das ist aber noch in Planung“, sagt Nele Hochkirchen.