Aachen: 18 Tonnen Geschichte im Schaufenster

Aachen: 18 Tonnen Geschichte im Schaufenster

Über solch einen großen Stein im Schaufenster freuen sich Geschäftsleute normalerweise nicht, aber in der Mayerschen Buchhandlung an der Buchkremerstraße ist das ganz anders.

Denn zum einen wurde das 18-Tonnen-Monstrum am Montagabend per Kran dort hochoffiziell platziert, zum anderen ist es nicht irgendein Stein - sondern ein Überrest jener römischen Therme, auf die man im Jahr 2001 bei den Arbeiten zum Neubau der Mayerschen stieß.

Dass dieser nun einen prominenten Fensterplatz gleich neben dem Eingang erhält, setzt einen Schlusspunkt unter einen seinerzeit heftig diskutierten archäologischen Streitfall und ist zugleich dem Seniorchef der Mayerschen ein Herzensanliegen.

„Ich bin froh, dass wir durch das gemeinsame Bemühen des Bauherrn, der Stadt und der Stawag kurz vor der Fertigstellung dieses wirklich signifikanten archäologischen Fensters stehen”, sagte Helmut Falter auf AZ-Anfrage. Er freue sich, dass damit „eine schier endlos erscheinende Geschichte nach fast zehn Jahren ein positives Ende” nehme.

Angefangen hatte alles, als damals Reste der Römertherme beim Bau der Mayerschen weggebaggert wurden, was viele Bürger erzürnte. Der Bauherr geriet heftig in die Kritik - allerdings zu Unrecht, wie die Stadt heute betont. Schuld habe allenfalls die Verwaltung selbst gehabt, erklärte Planungsdezernentin Gisela Nacken zuletzt.

Die insgesamt rund 60 Tonnen schweren Relikte der Therme lagerten seitdem auf dem städtischen Bauhof. Diverse Ideen, wie man sie ausstellen könnte, zerschlugen sich. Bis Falter die rettende Idee hatte und die Sache in die Hand nahm. Jetzt, wo der Stein schon im Fenster liegt, befinden sich auch die Arbeiten auf der Zielgeraden. Am 2. September soll Aachens nächstes archäologisches Fenster feierlich eröffnet werden.

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