Aachen: 175 Jahre Feuerwehr: Sicherheit in Aachen hat lange Tradition

Aachen: 175 Jahre Feuerwehr: Sicherheit in Aachen hat lange Tradition

Durch ein geöffnetes Fenster im Krönungssaal des Rathauses dringt Musik nach draußen, bricht sich an den Häusern und echot weit über den Marktplatz. Es ist die Filmhymne „Gonna Fly Now”, gespielt vom Feuerwehrorchester Eschweiler.

Vor dem Rathaus stehen einige alte Feuerwehrautos geparkt, auf den Treppen versammeln sich Männer und Frauen in blauen Uniformen. Es ist ihr täglicher Einsatz, der heute mit dem 175-jährigen Bestehen der Aachener Feuerwehr gefeiert wird.

Schnell herrscht im Krönungssaal dichtes Gedränge, Sekt, Orangensaft und Bier wird unter die Leute gebracht. Aachens Feuerwehrchef Jürgen Wolff tritt ans Mikro, und schnell ist der offizielle Teil der Feier eröffnet. Im März 1836 wurden in Aachen die ersten Feuerwehrmänner vereidigt - und das geplante Schutzkonzept für die Stadt wurde Wirklichkeit, ruft Oberbürgermeister Marcel Philipp in Erinnerung.

Eine richtige Organisation wie heute war die Feuerwehr damals noch nicht, dazu ist sie über die Zeit erst gewachsen. Den Anfang des koordinierten Brandschutzes und damit die Pionierarbeit machten engagierte Bürger in einem lockeren Verband.

Die Professionalität und Effizienz von heute gab es vor 175 Jahren noch nicht, die Ideale jedoch sind damals wie heute dieselben. Von Tatkraft und Einsatzbereitschaft spricht Philipp, von Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft. Längst gehört nicht mehr nur die Brandbekämpfung zu den Aufgaben der Feuerwehr, auch bei Unwettern, Unfällen und Gefahrguttransporten kommt sie zum Einsatz.

Öcher-Platt-Messe in St. Foillan

Dass die Feuerwehr so zu einem Garant der Sicherheit geworden sei, gehe im Alltag manchmal unter. Es sei nicht selbstverständlich, dass Feuerwehrmänner und -frauen so viel ihrer Zeit investierten. Denn gäbe es nicht die 450 Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, dann könnte die 350 Personen starke Berufsfeuerwehr ihre vielfältigen Aufgaben nicht erfüllen. Mit ihrem alltäglichen Wirken sei die Feuerwehr deshalb auch ein großes Vorbild, so Philipp.

Wie sehr die Institution in der Stadt verwurzelt ist, erlebten alle, die vor der Feier den Gottesdienst in der Kirche St. Foillan besuchten. Gleich drei Priester waren dort anwesend und sprachen zu der Gemeinde - durchgehend auf Oecher Platt. Peter Rehfisch, der vor 50 Jahren in die Feuerwehr Eschweiler eintrat, erzählt begeistert davon. So etwas erlebe man sonst nur selten, denn es ging nicht nur feierlich zu, es wurde auch gelacht.

Daran hatte Georg Mießen seinen Anteil, der unter Kirchengängern einfach als Pater Georg bekannt ist. Rehfisch kennt ihn aus alten Zeiten, denn Mießen war früher selbst in der Feuerwehr Kornelimünster aktiv. So stand er an diesem Abend nicht nur als Priester, sondern auch als Feuerwehrmann am Altar.

Schließlich tritt Helmut Probst ans Mikro, der Inspekteur für Feuer- und Katastrophenschutz im Innenministerium NRW. Er würdigt das große Jubiläum mit einer Urkunde und feierlichen Worten. Wenig später ist der offizielle Teil beendet, der Abend allerdings noch lange nicht. Schließlich sind es viele Jahre, die heute gefeiert werden.

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