Aachen: 170 Gläubige lassen sich von der Sehnsucht nach Gott „beWEGen“

Aachen : 170 Gläubige lassen sich von der Sehnsucht nach Gott „beWEGen“

Eine „Pilgerprinte“ gab es mit auf den elf Kilometer langen Weg, der rund 170 Menschen am Samstag von Kornelimünster nach Burtscheid führte. Die Pilger nahmen teil am 3. Ökumenischen Pilgerweg (ÖPW) für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung unter dem Motto „BeWEGt von Sehnsucht“.

„Die Printe in Form einer Jakobsmuschel als Dauergebäck wurde schon den Pilgern der großen Wallfahrten im Mittelalter als Wegzehrung mitgegeben und ist mittlerweile ebenso Tradition wie unser gemeinsamer Pilgerweg, der uns alle zwei Jahre in der Fastenzeit zusammenführt“, freute sich Mitorganisatorin Christa Nickels.

Der Start war am Morgen in der evangelischen Kirche in Kornelimünster, wo Weihbischof Dr. Johannes Bündgens, der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Hans-Peter Bruckhoff und der griechisch-orthodoxe Bischof Evmenios von Lefka den Pilgersegen spendeten. Mit Wanderschuhen und Rucksäcken machten sich die Pilger, darunter viele ÖPW-Wiederholungstäter, Heimbach-, Kevelaer- und Santiago de Compostela-Erpobte, auf. Den Weg, der sowohl landschaftlich reizvoll als auch inhaltlich wertvoll war, hatten Walter Nett von St. Jakob und Andreas Schmeitz, Synodalbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises, konzipiert. Sie sind die Strecken-Profis für den Pilgerweg.

Erstmalig gab es diesmal auch die Möglichkeit, einen Teil des Weges zu gehen, bei der Station am Waldfriedhof aus- beziehungsweise einzusteigen. Diese Station war besonders eindrucksvoll, denn dort ging es 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges um das Gedenken an die Opfer.

Einen besonderen Akzent setzte in diesem Jahr das Aachener Friedenskreuz, das vom Waldfriedhof aus mitgetragen wurde. Etappenweise trugen jeweils acht Leute das 150 Kilogramm schwere Symbol des Friedens. Das Kreuz wurde erstmals 1947 von Kriegsheimkehrern bei einem „Gebetskreuzzug für den Frieden“ von Krefeld nach Aachen getragen. Seitdem wird es immer dann aufgenommen, wenn der Friede in Gefahr ist, und ist zum Symbol für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der Region geworden.

Der Weg ist das Ziel: Nach dem Waldfriedhof folgte der nächste Halt am Haus Siegel der Lebenshilfe Aachen. Leiter Jürgen Holländer erklärte den Pilgern Wissenswertes über den Alltag in diesem größten Haus der Lebenshilfe. 46 Menschen mit verschiedenen Behinderungen werden hier betreut. Der Blick richtete sich auch über den Tellerrand zu den Menschen mit Behinderungen in der Dritten Welt.

Weiter ging es mit der letzten Etappe bis zur Burtscheider Kirche St. Johann-Baptist. Karl-Peter Küpper vom ACK und Jürgen Groneberg, Leiter der evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis, begrüßten die Pilgerschar. „Bestes Beispiel für gelebte Ökumene ist der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Hoengen-Broichweiden, der uns heute auf dem Weg begleitet hat“, betonte Nickels. Auf der Empore der ehemaligen Abteikirche St. Johann begleitete der Posaunenchor unter der Leitung von Dr. Hartmut Engelbrecht stimmungsvoll die Schlussandacht.

Andrea Kett vom Bischöflichen Generalvikariat verabschiedete die Pilger und freut sich wie alle Beteiligten schon auf die nächste Auflage in zwei Jahren. „Der Weg heute war ein voller Erfolg. Die Teilnehmer aus dem gesamten Gebiet von Bistum und Kirchenkreis kamen konfessionsübergreifend auf dem Weg ins Gespräch. Da herrscht eine positive Neugier, eine große Offenheit, die sich auch auf den Alltag in den Gemeinden auswirkt“, zog Nickels eine positive Bilanz für die Veranstalter zu denen die Evangelischen Kirchenkreisen Aachen und Jülich, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), der Diözesanrat der Katholiken im Bistum und das Bistum Aachen gehören.

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