Aachen: 13 Millionen Euro für den Neubau des Sozialpädiatrische Zentrums

Aachen: 13 Millionen Euro für den Neubau des Sozialpädiatrische Zentrums

Seit fast zehn Jahren sind Bürocontainer, in denen vorher der Bau- und Liegenschaftsbereich der Stadt Aachen untergebracht war, Heimat der Schneebergkids, des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) und des Personalrates. Nun ist jedoch Schluss mit Provisorien.

Das Klinikum und die ukafacilities GmbH investieren 13 Millionen Euro in einen modernen, dreiteiligen Komplex, welcher zurzeit auf der Rückseite der Großklinik entsteht, wo einst Container das Bild prägten. Der harmonische Ziegelbau soll viel neuen Platz für Kita, das SPZ und den Personalrat bieten.

Viel Platz für den Neubau: Auf der Baufläche hinter dem Klinikum ist Platz für den schmucken Komplex, der bald den Kindern der Kita „Schneebergkids“ und SPZ-Besuchern eine neue Heimat bietet. Grafik: Uniklinikum

„Komm, spiel mit uns, wir warten schon!“ heißt es in der Betriebskindertagesstätte der Uniklinik. Doch bevor die Schneebergkids das neue Quartier beziehen können, mussten sie zunächst im Frühjahr 2015 in ein Interimsgebäude umziehen. Beim großen „Kuscheltierumzug“ durften die Kinder die vorübergehend neuen Räume sehen, bestaunen und direkt ausprobieren, während gegenüber schon der Abriss bevorstand.

In die Schlagzeilen geriet das SPZ 2010, als eine besorgte Mutter, deren Kind dort in Behandlung war, sich anonym unter anderem an den Arbeitsschutz beim NRW-Sozialministerium wandte und über einen muffigen, schimmelähnlichen Geruch klagte.

Die Zustände dort seien für Patienten wie auch für die Mitarbeiter untragbar. Messungen hatten ergeben, dass der Geruch keineswegs gesundheitsschädlich gewesen sei, beseitigen konnte man ihn allerdings nicht. Der Pavillonbau, der deutlich sichtbar in schlechtem Zustand war — eine typische Plattenbau-Baracke aus den 1970er-Jahren —, entsprach ohnehin nicht den neuesten Standards. Schon damals hatte man den Neubau im Blick.

Da Kita und SPZ den heutigen Bedürfnissen an eine zeitgemäße Nutzung und Versorgung nicht mehr entsprachen, startete Ende 2012 ein Architektenwettbewerb die groß angelegte Maßnahme, die dem langjährigen Provisorium, Betriebskindertagesstätte, sowie der Baracke des SPZ endlich eine Ende machen sollte. „Nebel Pössl Architekten aus Köln haben zusammen mit den Düsseldorfer Landschaftsarchitekten ,FSWLA‘ ein Konzept entwickelt, das auf vorbildliche Weise Funktion und Natur verbindet und die exponierte Lage der ca. 3200 Quadratmeter großen Fläche zwischen den Denkmälern nutzt“, so die ukafacilities GmbH.

Noch sieht man nicht viel von den drei Gebäudeteilen. Überall ragen Abwasserrohre aus dem Planum, hier und da hat sich Regenwasser in den Senken gesammelt. „Das macht aber nichts“, meint ein Arbeiter, der gerade mit seinem Kollegen millimetergenau den Schotter ebnet.

Offen um eine Hofanlage gegliedert, soll die Gestaltung die ländliche, solide Ziegelbauweise des nahe gelegenen Gut Melaten aufgreifen und sich harmonisch ins Landschaftsschutzgebiet einfügen. So sollen die Schneebergkids und die Patienten des SPZ künftig die einzigartige Lage mitten in der Natur in Spiel und Spaß, in Erholen und Lernen einbinden können. Und noch einen Vorteil hat die Maßnahme: Die Platzzahl der Kita werde von derzeit 69 auf insgesamt 150 Plätze aufgestockt.

Vorfreude sei jetzt schon erlaubt: „Licht, Platz und gesunde Materialien, darauf freuen wir uns alle“, erklärt die Leiterin der Kita, Regina von Roell, stellvertretend für ihr Team und alle die vielen Anderen, die von dem neuen Gebäude profitieren werden.

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