12.000 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen entstehen in Aachen

Neuartige Modulbauweise : Ab März wächst am Eisenbahnweg ein zweiter Freund in die Höhe

Im September 2018 war es soweit, die letzten Wohneinheiten des Quartiers „Guter Freund“ konnten an die Mieter übergeben werden. Bis dahin waren in kurzer Bauzeit 17 neue Gebäude mit insgesamt 248 Wohnungen von der Landmarken AG auf dem ehemaligen belgischen Militärareal am Eisenbahnweg gebaut worden. Jetzt wird bis zum Winter 2020 der Rest des Grundstücks bebaut, rund 12.000 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen runden das Vorhaben dann ab.

Ursprünglich war das insgesamt 25.000 Quadratmeter große Grundstück von den belgischen Streitkräften wie auch vom deutschen Zoll genutzt worden, es lag jahrelang brach.

Der letzte unbebaute Rest liegt am südöstlichen Rand des Grundstücks. Der neue Bürokomplex – ein zweiter „Guter Freund“ sozusagen – wird nach Auskunft von Landmarken-Sprecher Kolja Linden vom Aachener Büro „pbs-Architekten“ geplant und wird am Ende in zwei Baukörpern insgesamt 12 000 Quadratmeter Büroflächen beinhalten. Davon werden auf de Bauteil 1, der parallel zum Eisenbahnweg liegt, 9600 Quadratmeter entfallen, der zweite, dazu quer liegende Baukörper, steuert dann nochmals 2400 Quadratmeter Fläche hinzu. Der größere Baukörper sei bereits komplett vermietet, teilte Linden am Freitag mit, im kleineren Bruder aber sei noch Platz.

Interessant am Verfahren, wie die Gebäude errichtet werden, ist die für allgemeine Bauvorhaben neuartige Modulbauweise, wie sie die Ingenieure beispielsweise im Flugzeugbau verwenden. Die Modulbauweise sei auch nicht vergleichbar mit dem heute üblichen Fertigbauverfahren, bei dem in Fabriken vorgefertigte Teile an der Baustelle zusammengesetzt werden. In der Modulbauweise würden, erklärte Linden, ganze Einheiten samt Innenausbau und inklusive der Stromverkabelung oder den Zu- und Ableitungen von Frisch- und Abwasser im Sanitärbereich fertiggestellt und angeliefert. Durch die Kompaktbauweise verringere sich die Bauzeit enorm, momentan werde begonnen, die Teile in der Montagefabrik zusammenzufügen, ab März dann werden die Bauten am Eisenbahnweg hochgezogen, im ausgehenden Herbst dann will man fertig werden, kündigt der Unternehmenssprecher an.

Die Optik der beiden letzten Gebäude des Komplexes in der Gabelung von Freunder Weg und Eisenbahnweg passt sich den bereits bestehenden Wohngebäuden an und ist wie diese viergeschossig. Man lege Wert auf viel Grün rund um das Projekt, der größere Riegel bekommt einen grünen Innenhof, das zweite, kleinere Gebäude soll einen sogenannten „Rooftop Garden“, also einen Dachgarten, bekommen.

So sollen die beiden neuen Gebäudeteile aussehen. Der kleinere Riegel wird mit einem begrüntem Dachgarten geplant. Foto: pbs-Architekten

Die Finanzierung des Vorhabens lande in einem „mittleren zweistelligen Millionenbereich“, ließ Landmarken verlauten. Der Gesamtkomplex „Guter Freund“ umfasst einen Mix aus öffentlich gefördertem (183 Einheiten) und privat finanziertem Wohnungsbau (65 Einheiten) und soll langfristig in der Hand des Landmarken-Eigners und Investors Norbert Herrmanns bleiben. Die Büro- und Gewerbeflächen kommen nun noch hinzu.