Aachen: 10. Multikultifest: Nur das Wetter war reichlich deutsch

Aachen: 10. Multikultifest: Nur das Wetter war reichlich deutsch

Die Welt gab sich ein Stelldichein beim 10. Multikulti-Fest im Kennedypark. Allein das siebenstündige Programm gestalteten Auftretende aus 26 Nationen, darunter auch Grund- und Hauptschulen, deren Schüler aus vieler Herren Länder kommen.

Trotz strömenden Regens zog zunächst ein kunterbunter, fröhlicher Umzug durch Frankenberger- und Ostviertel, angeführt von „Nasreddin Hocca”, alias Hasan Arman aus der Türkei, und dem Vizevorsitzenden von Eurotürk, Reiner Bertrand, in der Tracht eines Aserbaidshaners.

Die etwa 200 Teilnehmer aus Westafrika, Marokko, Bosnien und Indien trugen Landestracht und wurden von Trommelwirbel begleitet. Erstmals gab es auch einen Prunkwagen im Zug, den 20 Kinder und Jugendliche aus der OT Talstraße unter Anleitung von zwei VHS-Schülern gebaut hatten, berichtete Elvira Kluck, Leiterin des Kreativbereichs an der VHS. „Samba goes Multikulti”, hatten die jungen Wagenbauer ihr Kunstwerk genannt.

„Es ist so erfreulich, dass sich immer wieder neue Gruppen unserem Fest anschließen”, begeisterte sich Elisabeth Geusen, 1999 Mitinitiatorin des ersten Multikultifestes, heute stellvertretende Vorsitzende des neu gebildeten Fördervereins. Und wenn Reiner Bertrand, der durch das Programm führte, den Besuchern riet: „Geht erst Mal schnuppern, schaut nach und probiert die Früchte dieser Welt”, so gab er tatsächlich einen heißen Tipp, denn aus den Kochtöpfen der Zeltstadt drangen verführerische Düfte. Türkische Gözleme (Spinatrollen), kurdisches Bulgur (Gehacktes) und Sarma (gefüllte Weinblätter), vietnamesische Cha gio ließen die Wahl zur Qual werden. Senegal war mit farbenfroher Folklore vertreten, so mit rustikalen Bubus (Blousons), der Verein der Kameruner machte auf seinen Bunten Abend am nächsten Freitag, 26. Juni, bei der KHG in der Pontstraße aufmerksam, Herr Nguyen vom Deutsch-Vietnamesischen Freundschaftskreis stellte ein Xylophon namens Da T-rung aus Bambus vor, das in seiner Heimat bis zu zwei Meter groß sein kann.

Eleftherios Kamarakis wiederum wies auf die Schönheiten Griechenlands hin und verführte mit „Loukoumi” bzw. „Akanes” zum Naschen. Doch leider fehlten eben auch das „deutsche Wetter” nicht, wie es bedauernd hieß.

Die Kleinen fanden im Spielhaus Unterschlupf bei Bastelangeboten und als es wieder trocken war, ging es auf der Hüpfburg oder dem Trampolin weiter.