1. Leserbriefe

Leserbriefe zum Thema Verkehr: Recht und Rang auf Rädern

Leserbriefe zum Thema Verkehr : Recht und Rang auf Rädern

Ein Thema, das beständig die Gemüter erhitzt ist und bleibt der Straßenverkehr. Das geht auch unseren Leserinnen und Lesern nicht anders, die sich über Pedelec, E-Auto und Co. Gedanken machen.

Uwe Lenerz aus Baesweiler hat sich Gedanken gemacht zum Artikel „Gesetz geplant: NRW soll Fahrradland werden“:

Als leidenschaftlicher Radfahrer (Muskelantrieb) machen meine Frau (55 Jahre) und ich (58 Jahre) regelmäßig Radtouren zum sportlichen Ausgleich. Leider stellen wir immer wieder fest, dass viele Wege im desolaten Zustand sind, im Nirwana enden beziehungsweise die Beschilderung lückenhaft oder unstimmig ist (Veränderung durch Vandalismus). Im Pandemie-Jahr hat die Radfahrbranche geboomt, das merkt man am zunehmenden Verkehr auf viel zu engen und schlechten Radfahrwegen. Spaziergänger, Radler, Pedelec-Fahrer müssen sich die zu schmalen Wege teilen. Leider vergessen viele, dass es auch hier eine linke und rechte Fahrspur gibt. Wir würden es begrüßen, wenn hier das Land NRW den Lückenschluss zwischen den einzelnen Gemeinden so gestalten könnte, dass man zum einen die Radwege breiter macht, logisch beschildert und komplett mit einer glatten Teerschicht ohne Wurzelaufhebungen überzieht. In der Pandemie-Phase konnte man sehen, dass viele hier ihren Sport – während geschlossener Fitnessstudios – machten. Ich schlage deshalb vor, dass sich jeder erwachsene Fahrradbesitzer mit einem Euro im Monat an den Kosten (über Grundsteuerabgabe) für den Ausbau des Radwegenetzes beteiligt. Wer ein Rad oder Pedelec mit einem Anschaffungswert von 2000 Euro fährt, hat auch den Betrag, damit die Wege, ähnlich einer Kfz-Steuer, indirekt zu finanzieren. Alle profitieren davon – die Umwelt, die Radler sowie Pedelec-Fahrer und die Autofahrer, da sich der Verkehr besser verteilt. Es müsste eine Verbindung/Schnellstrecke bis Aachen mit Anschluss an den Vennbahnweg geben, geben so dass die Nutzung auf für Berufspendler interessant ist, sowie eine Anbindung aus dem Nordkreis bis Jülich und weiter.

Günter Garke aus Roetgen befasst sich mit dem Bericht „Land bekommt schlechte Note beim Fahrrad-Test“:

Nun wissen wir es also, was Radfahrer oder ihre Verbände zum Radeln in den verschiedenen Städten sagen. Radelnde Kinder, radelnde Berufstätige, radelnde 80-Jährige. Was aber fehlt, ist eine parallele Studie über die Zufriedenheit der Autofahrer, immerhin noch die Mehrheit der städtischen Verkehrsteilnehmer. Wie erreichen diese ihren Arbeitsplatz, wo und wie können sie parken, wie kommen Handwerker und Zusteller an ihr Ziel in der Innenstadt? Kann man da sagen, alles wäre gut? Was machen die grünen Wellen, was die Baustellen, was die zulasten der Autofahrer großzügigst verbreiterten Radwege? Und radelnder Gegenverkehr in Einbahnstraßen? Ich denke, das alles sollte man prüfen.

 Simone Krauthausen aus Aachen reagiert auf den Leserbrief von Willi Toussaint aus Düren zum Thema E-Mobilität:

Schön, dass so viele Menschen Leserbriefe schreiben, die Meinungen anderer interessieren mich. Schade, dass manche auf Falschinformationen beruhen. Korrigiert werden muss hier die Angabe im Leserbrief von Willi Toussaint, der schrieb, dass die Batterien in E-Autos nur drei bis acht Jahre halten würden. Sein Wissensstand ist hier sehr veraltet. Richtig ist: Die geringe Haltbarkeit von Batterien in E-Autos gehört der Vergangenheit an. Tesla garantiert bereits 240.000 Kilometer. Der Grund: Moderne Fahrzeuge haben Batterien mit einer Reichweite von 400 Kilometern. Die Batterie hält 1000 Vollladezyklen, also 400.000 Kilometer. Das ist mehr, als ein Verbrennerauto insgesamt aushält. Das E-Auto in Gänze hält übrigens wahrscheinlich genauso lange, da es die Verschleißteile im Antriebsstrang, die bisher die Lebensdauer eines Verbrennerautos festlegen, gar nicht hat. Sogar die Bremsscheiben eines E-Autos verschleißen kaum, werden doch die meisten Bremsvorgänge vom Motor durchgeführt, der dabei die Brems­energie in die Batterien lenkt. Bei den Batterien geht man davon aus, dass in Kürze 3000 Vollladezyklen möglich sein werden. Dann hält die Batterie eine Million Kilometer.

Dr. Werner Litzow aus Jülich thematisiert den Pkw-Verkehr:

Die Anzahl aller zugelassenen Kraftfahrzeuge in der BRD betrug 2020 58 Millionen, die aller Pkw 48 Millionen. Laut behördlicher Angaben belaufen sich die Fahrleistungen aller Pkw pro Jahr auf 600 Milliarden Kilometer, und die mittlere Fahrleistung eines Pkw beträgt 15.000 Kilometer pro Jahr, so dass 40 Millionen Pkw unterwegs waren, halb so viel, wie wir Einwohner haben. Darin werden auch alle künftigen Elektro- und Wasserstoffautos enthalten sein. Das Elektroauto wird zwar auf unseren Straßen als ein schadstoffarmes Verkehrsmittel gepriesen. Solange die Batterien jedoch mit Strom aus konventionellen Kraftwerken geladen werden, kann es als solches nicht bezeichnet werden, es sei denn, es wäre „grüner Strom“. Daneben sind die Gewinnung und Verarbeitung der Rohstoffe für die Batterien in fernen Ländern mit großen Schadstoffbelastungen verbunden. Ferner zeigt sich, dass von der Batterie-Herstellungsenergie nur ein Bruchteil für die Fortbewegung des Pkw zur Verfügung steht. Auch ist seine Fahrtreichweite alles andere als zufriedenstellend. Werden für 40 Millionen Pkw alle konventionellen Treibstoffe durch elektrischen Strom ersetzt, ergibt sich bei einem vorgegebenen mittleren Energieverbrauch von 15 Kilowattstunden pro 100 Kilometer und einer jährlichen Fahrtleistung eines Pkw (siehe oben) ein Energiebetrag von etwa 90 Milliarden Kilowattstunden. Die zur Verfügung stehende Netto-Stromenergie im Jahr 2020 betrug 490 Milliarden Kilowattstunden, so dass der Pkw-Verkehr etwa 18 Prozent hiervon in Anspruch nehmen würde. Eine Klimaanlage im Auto benötigt zudem noch zusätzliche Energie.