Simmerath: „Leser fragen — Ärzte antworten“ zum Thema Darmgesundheit

Simmerath: „Leser fragen — Ärzte antworten“ zum Thema Darmgesundheit

„Einmal quer durch den Magen-Darm-Trakt“: So bringt Ingo Wolff unsere Telefonaktion „Leser fragen — Ärzte antworten“ zum Thema Darmgesundheit auf einen kurzen Nenner.

Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie an der Eifelklinik Simmerath hatte in den zwei Stunden am Telefon überwiegend „ausführliche und gute Gespräche“ mit Betroffenen, wie er berichtet.

Dabei hat sich laut Wolff das Thema Verstopfung neben Fragen zu Durchfall und Darmentzündungen als ein Schwerpunkt herausgebildet. Darüber rede man sonst ungern. Die etwas anonymere Gesprächssituation habe das wohl erleichtert.

Zentrale Fragen bei Verstopfung an die Patienten seien: Bewegen Sie sich ausreichend? Trinken Sie auch genug? „Letzteres ist oft das Problem. Einige geben das auch zu, andere sagen: Ich trinke genug. Im Gespräch stellt sich dann heraus, dass sie doch nur auf einen Dreiviertelliter pro Tag kommen“, sagt Ingo Wolff. Auch Bewegung sei wichtig, denn sei der Körper träge, sei es auch der Darm.

Berufstätige haben häufig noch ein weiteres Problem, das langfristig zu Verstopfung führe, weiß Wolff. „Weil sie beschäftigt sind, ignorieren sie den Drang und unterdrücken ihn. Doch wenn man acht Stunden nicht zur Toilette muss, dann stimmt da etwas nicht. Die Zeit sollte man sich auch im Beruf nehmen und auf die Signale des Körpers hören.“

Eine Frage war die nach der Einnahme von Medikamenten zur Förderung der Verdauung und ihren möglichen Nebenwirkungen bei dauerhafter Einnahme. Die gängigsten Präparate seien sogenannte „Weichmacher“, die das Wasser im Darm binden und so den Stuhlgang weicher machen. „Die kann man in der Regel problemlos auch dauerhaft nehmen. Der Haken daran ist für viele Patienten, dass sie bei vorliegender Verstopfung ohne Begleiterkrankung meist nicht verschreibungspflichtig sind und sie sie selbst kaufen müssen.“

Ein Anrufer hatte sich auch nach einer Darmspiegelung erkundigt und wie oft man sie machen lassen sollte. „Er hatte seit über zehn Jahren keine mehr, bei einer entsprechenden Vorerkrankung ist eine erneute Darmspiegelung dann schon zu empfehlen“, erklärte Ingo Wolff.

Gleichzeitig warb er für etwas Geduld bei den Terminen. „Wir unterscheiden drei Gruppen von Patienten: die, bei denen die Untersuchung zur Vorsorge ist, Patienten mit Beschwerden, die genauer abgeklärt werden sollten, und solche mit akuten Beschwerden. Nach der jeweiligen Dringlichkeit richtet sich dann, wie schnell man einen Termin bekommt.“

Dazu, dass der Darm möglichst gesund bleibe und wenig Beschwerden mache, könne jeder selbst beitragen — über eine ausgewogene Ernährung (mediterrane Kost, fleischarm, ballaststoffreich, viel Salat und Gemüse), ausreichend körperliche Bewegung und genügend trinken. „Das sind die Klassiker, aber sie sind auch mit Blick auf die Verdauung wichtig und hilfreich“, betont Wolff.

(ath)