Kreis Heinsberg: Lebenshilfe: Für Bodhi legt sich Lennart gerne ins Zeug

Kreis Heinsberg: Lebenshilfe: Für Bodhi legt sich Lennart gerne ins Zeug

Dunkle Knopf­augen, noch einen tapsigen Gang und ganz schön neugierig: Das ist Bodhi, ein kleiner Golden-Retriever-Rüde, der seit den Sommerferien regelmäßig mit in die Lebenshilfe-Kindertagesstätte Triangel in Heinsberg kommt.

Wenn Bodhi da ist, wird die Ergotherapie-Stunde für Lennart Eßer zu einem Highlight. Für den Golden Retriever legt sich Lennart gerne ins Zeug. In seinem Stehständer macht sich Lennart besonders groß, um zu sehen, ob Bodhi auch alle Leckerlis findet, die auf dem Boden liegen.

Gemeinsam mit Frauchen und Ergotherapeutin Claudia Peter-Plum begibt sich Bodhi auf den Weg zur Ausbildung zum Therapiebegleithund, um künftig die ergotherapeutische Behandlung bereichern und unterstützen zu können. Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Forschungsstudien, die sich mit dem Thema der tiergestützten Intervention befassen. Dabei werden laut Lebenshilfe vor allem die positiven Effekte beschrieben, die ein Kontakt zwischen Mensch und Hund bewirken kann.

Claudia Peter-Plum hat in den vergangenen Jahren mit ihrem ausgebildeten Therapiebegleithund Dino die enorme Bereicherung der tiergestützten Intervention auf vielfältige Weise erfahren. „Dino, der leider im vergangenen Jahr gestorben ist, hat meine Tätigkeit als Ergotherapeutin im pädiatrischen Bereich in jeglicher Hinsicht bereichert. Er war Türöffner, stiller Begleiter, Brückenbauer und Motivator. Vor allem verschlossene und unsichere Kinder sind durch die tiergestützte Therapie über sich ­hinausgewachsen.“

Für den jungen Bodhi und sein Frauchen steht jetzt eine neue und spannende Zeit bevor. Seit der zwölften Lebenswoche kommt der junge Golden Retriever bereits mit in die Kita, um sich an verschiedene Kinder mit und ohne Behinderung, ihre Geräusche und Bewegungsbilder zu gewöhnen. Bodhi macht seine Sache schon richtig gut. Wenn am Tisch konzentriert gearbeitet wird, liegt Bodhi auf seiner Decke und macht ein kleines Schläfchen.

„Mir ist es ein großes Anliegen, tiergestützt arbeiten zu können“, so Claudia Peter-Plum. Sie sieht in der Kombination Mensch-Hund-Team einen enormen Mehrwert für die ergotherapeutische Arbeit im Kinderzentrum Triangel. Nicht nur im Hinblick auf die therapeutische Förderung der Kinder, sondern auch im Hinblick auf die Team- und Elternarbeit. „Für mich ist es ein Privileg, durch die tiergestützte Intervention den Klienten ganz besondere Momente verschaffen zu dürfen“, sagt sie.

Das Arbeiten als Therapiebegleithund-Team bringt eine hohe Verantwortung mit sich. Tierschutzgerechtes Arbeiten steht laut Lebenshilfe an oberster Stelle. So ist es selbstverständlich, dass Bodhi nicht einfach so mitgebracht wird, sondern dahinter ein fundiertes Ausbildungskonzept steht. Schließlich soll sich das Mensch-Hunde-Team auch stetig weiterentwickeln.

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