Aachen: Kulturfestival „across the borders“: Ein kleines und feines Programm

Aachen: Kulturfestival „across the borders“: Ein kleines und feines Programm

Es kommt wohl nicht häufig vor, dass Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebes in Aachen, jemandem hellseherische Fähigkeiten zuspricht. Und doch glaubt er, genau diese beim Festivalleiter Rick Takvorian entdeckt zu haben.

Denn bereits vor vielen Jahren wurde das internationale Kulturfestival „across the borders“ (über Grenzen hinweg) geschaffen — und bei seiner kommenden 8. Auflage passt der Name mehr denn je.

„Das Thema der Grenze spielt auf vielen Ebenen wieder eine — teils problematische — Rolle. Was wir in diesen Zeiten brauchen, ist die Verbindung durch Kunst und Kultur“, meint Müller. Passend dazu findet vom 28. Juni bis zum 21. August das Kulturfestival statt.

„Das Programm ist diesjährig klein und fein“, erklärt der Veranstaltungsmanager Takvorian, der gemeinsam mit seinem Team den Spielplan zusammenstellt. Grund dafür sei die Fußball-Europameisterschaft, die gleichzeitig stattfindet. „Wir haben die Problematik gelöst, indem einige Veranstaltungen früher als üblich stattfinden“, erläutert er. Es entstehe aber auch ein neuer Reiz, da nun vermehrt mit Tageslicht gearbeitet werden kann. Insgesamt umfasst das Festival elf Veranstaltungen, acht davon sind im Ludwig Forum. Für das Museum an der Jülicher Straße ist es sozusagen ein Geburtstagsgeschenk: „across the borders“ findet in diesem Jahr nämlich im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Aachener Museums statt. „Das zentrale Alleinstellungsmerkmal des Ludwig Forums ist eben das namensgebende Forum“, sagt der Museumsleiter Dr. Andreas Beitin. Dieses werde ab dem 1. Juli drei Wochen lang mit Live-Art belebt.

Die Vielfalt an ausgefallenen Inszenierungen und Aktionen verschiedener Kulturen ist wie immer sehr groß. Ob Tanz, Musik, Performance, Film oder bildende Kunst — „across the borders 2016“ deckt alle Bereiche ab. „Hier kommen ganz unterschiedliche Inszenierungen zusammen, die auf dem ersten Blick nichts miteinander zu tun haben“, fasst Takvorian zusammen.

Ein Beispiel liefert der Auftritt des preisgekrönten polnischen Quartetts „Karbido“ am Freitag, 8. Juli um 21 Uhr im Ludwig Forum. Es zeigt sein außergewöhnliches Musikprojekt „The Table“, bei dem die Musiker — verkleidet als Pokerspieler — statt Elektrogitarren oder anderer Instrumente einen einfachen, rechteckigen Holztisch in den musikalischen Mittelpunkt stellen. Neben zahlreichen berühmten Künstlern wie Delaine und Damian Le Bas, Ferenc Snétberger, Lulo Reinhardt sowie vielen Weiteren unterhält auch Didier Laloy das Publikum auf ganz besondere Weise. Sein akustisches Konzert „Noir‘s“ am Sonntag, 17. Juli, um 20 Uhr im Ludwig Forum schickt die Besucher auf eine intime Reise ins Herz der Musik und parallel ins Herz der Dunkelheit. Der Titel könnte passender kaum sein, denn das Publikum liegt während des Livekonzerts tatsächlich bei Dunkelheit auf dem Boden, umgeben von den Musikern.

Der Vorverkauf für die Veranstaltungen beginnt am Dienstag, 26. April. Karten gibt es an allen üblichen Vorverkaufsstellen sowie an der Kasse im Ludwig Forum. Es gebe aber auch Veranstaltungen, die kostenfrei zu besuchen sind, so die Organisatoren. Für Susanne Schwier, Beigeordnete für Bildung und Kultur, lautet das Erfolgsrezept des Kulturfestivals auch diesmal wieder: „Spartenübergreifend, regional, überraschend.“

(jot)