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Köln: Zweiklang der Pop-Ikonen von 15.000 Fans gefeiert

Köln : Zweiklang der Pop-Ikonen von 15.000 Fans gefeiert

„On Stage Together“ nennen Paul Simon und Sting ihre gemeinsame Tour, was zunächst nur nach abgeklärter Sachlichkeit klingt. Aber dieses Gemeinsame hat bei den beiden Pop-Ikonen einen ganz besonderen Stellenwert.

Zwar sind Paul Simon, 73, und Sting, ziemlich genau zehn Jahre jünger, jeweils mit eigener Band präsent, doch was sich dann als musikalischer Schmelztiegel präsentiert, kann mit Fug und Recht als popmusikalisches Jahrzehntereignis gefeiert werden. Rund 15.000 begeisterte Fans taten dies jedenfalls in der restlos ausverkauften Kölner Lanxess Arena.

„Brand New Day“ eröffnet das rund dreistündige Konzert mit zahlreichen, frenetisch bejubelten Klassikern von Simon und Sting, darunter natürlich auch Klassiker von Simon & Garfunkel („Mrs. Robinson“, „The Boxer“ und „Bridge Over Troubled Water“) sowie The Police („So Lonely“, „Message in a Bottle“ und „Roxanne“). Tatsächlich zeugt es von tief empfundener Gemeinsamkeit, was da auf der Bühne seinen musikalischen Ausdruck findet.

Nichts klingt überfrachtet

Simon und Sting singen gemeinsam ihre Songs, aber auch jeder eigene, und mit einem berührenden „America“ verneigt sich Sting vor Simon, der „Songs zum Sich-Verlieben, zum Auseinandergehen und schließlich auch für das Abenteuer des Entdeckens geschrieben hat“, so der Brite.

Auch wenn beide Bands insgesamt 15 Musiker zählen, so klingt nichts überfrachtet. Jeder einzelne ist ein absoluter Könner, und jedes Klangdetail stimmt auf den Punkt, vom filigranen Perkussions-Kling-Klang, über Akkordeon und Waschbrett bei Cajun-Rhythmen, bis zu den exzellenten Bläsern und Gitarristen.

Paul Simon, der gemeinsam mit Art Garfunkel seine Karriere startete, kam aus der Folk-Ecke, während Sting mit dem New-Wave-Trio The Police weltweit Erfolg hatte. Doch beide waren während ihrer Karriere ständig offen für neue musikalische Einflüsse, wie Reggae, Blues, Cajun, Jazz sowie Musik aus Afrika.

In dieser Offenheit dürfte das Geheimnis liegen, warum sich Simon und Sting gleichermaßen souverän und dem Gemeinsamen verpflichtet die musikalischen Bälle zuwerfen konnten. Nach den Zugaben: tosender Applaus, restlose Begeisterung.