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Köln/München: Zweifel an Ehrung für Großmufti von Bosnien-Herzegowina

Köln/München : Zweifel an Ehrung für Großmufti von Bosnien-Herzegowina

Kurz vor der Verleihung des renommierten Eugen-Biser-Preises an den muslimischen Großmufti von Bosnien-Herzegowina, Mustafa Ceric, sind Zweifel an der Eignung des Preisträgers laut geworden.

Ceric solle für seinen Beitrag zur Verständigung der Religionen geehrt werden, habe aber mehrfach für die Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, im Westen und für die „Islamisierung” Europas plädiert, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger”.

Der Historiker Michael Wolffsohn, jüdisches Mitglied im Stiftungsrat der Biser-Stiftung, sagte der Zeitung, sollten diese Vorwürfe zutreffen, halte er Ceric für ungeeignet. Entscheidend sei, dass es sich bei den Geehrten „um Brückenbauer und nicht um irgendwelche Fundis” handele. Der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Heiner Köster, sprach von der Möglichkeit, dass die Jury vor der anstehenden Preisverleihung getäuscht worden sei.

Ceric soll am Samstag in München mit zwei weiteren muslimischen Theologen geehrt werden, weil er nach der umstrittenen Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 2006 ein Dialogangebot islamischer Gelehrter an den Vatikan initiiert hatte. Als Laudator zur Verleihung des Preises, benannt nach dem Religionsphilosophen und Theologen Eugen Biser, in der Münchner Residenz ist Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgesehen.

Ceric, hatte dem Blatt zufolge im Mai in einer CDU-nahen Publikation betont, der Islam in Europa beruhe auf den Grundpfeilern Glaube, Scharia und Imamat (geistliche Führung). Die Verpflichtung auf die Scharia sei „immerwährend, nicht verhandelbar und unbefristet”, wird Ceric in der von der Europäischen Volkspartei (EVP) herausgegebenen Zeitschrift „European View” zitiert.

Zwar soll er sich danach von diesen Aussagen distanziert haben. In bosnischen Medien habe er aber zur „Islamisierung und Institutionalisierung des Islam in Europa” aufgerufen. Der 2002 gestiftete Eugen-Biser-Preis wurde bisher zweimal verliehen, zuletzt an Kardinal Karl Lehmann.