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Köln: Zug zum Flieger kann anrollen

Köln : Zug zum Flieger kann anrollen

Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hat den neuen Bahnhof am Flughafen Köln Bonn als wichtigen Baustein für zukünftige Transportsysteme im Ballungszentrum Rhein-Ruhr gewürdigt.

Mit dem neuen Bahnhof werde die Region in das nationale und internationale Bahn- und Luftverkehrsnetz eingebunden, sagte Stolpe am Samstag bei der offiziellen Eröffnung am Airport. Unter dem Motto „Bahn Start - Einsteigen zum Abheben” werden seit gestern täglich rund 180 Züge auf der 15 Kilometer langen Strecke verkehren, die meisten davon aber im Nahverkehr.

Nach einer vierjährigen Bauzeit kann der boomende Flughafen für Billigflieger direkt von ICE-Zügen, Regionalexpress- sowie S-Bahn- Zügen angesteuert werden. Das Projekt war mit 256 Millionen Euro vom Bund und 222 Millionen Euro vom Land finanziert worden. 54 Millionen Euro steuerte der Airport Köln Bonn bei. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte, er rechne mit schnell ansteigenden Fahrgastzahlen. „Jetzt sind es eine Million Kunden, die wir transportieren können - es sind 15 Millionen, die wir in Zukunft erwarten.”

„Ernsthafte Alternative zu Frankfurt”

Mit dem Bahnhof und den ICE-Verbindungen in Richtung Berlin sei der Flughafen Köln Bonn intensiv mit der Rhein-Ruhr-Region verbunden und dadurch so gut wie der Düsseldorfer Airport zu erreichen, sagte der Kölner Flughafenchef Michael Garvens. Die Schienenanbindung biete auch die Möglichkeit, sich „ernsthaft als Alternative zu Frankfurt zu positionieren”. Dabei kritisierte er jedoch die wenigen Verbindungen in Richtung Süden.

Bislang gibt es lediglich zwei ICE- Nachtverbindungen in Richtung Frankfurt, weitere Züge sind in Planung. „Man muss die Startphase beobachten, wie die Leute das Angebot annehmen”, sagte Mehdorn.

Auch die hessischen Grünen hatten zuvor mehr Zugverbindungen zwischen den Flughäfen Frankfurt und Köln/Bonn gefordert. Durch die bessere Anbindung könnte der Frankfurter Flughafen entlastet und auf seinen Ausbau verzichtet werden.