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Aachen: Zu warm, aber sonst unauffällig: Die NRW-Wetter-Bilanz

Aachen : Zu warm, aber sonst unauffällig: Die NRW-Wetter-Bilanz

In Nordrhein-Westfalen präsentierte sich das Jahr 2008 zumindest was das Wetter angeht unauffällig. Zwar liegt der Temperaturschnitt ein halbes bis ein Grad über dem Mittel der Jahre 1961-90, wie der Wetterdienst meteomedia in einer ersten Bilanz mitteilte.

Die Abweichungen sind aber gerade im äußersten Westen Deutschlands am geringsten und liegen auch deutlich unter den Vorjahreswerten. Deutlich zu warm waren vor allem Januar, Februar und der Mai. Insgesamt ziemlich im Schnitt der Vergleichsperiode liegen die Jahresmengen an Niederschlag. Die klimatologische Sonnenscheindauer wird um etwa zehn Prozent verfehlt.

Nachdem der Winter zu Jahresbeginn zunächst weitgehend ausfiel wurde es nach Mitte Februar erstmals deutlich kälter. Der bislang tiefste Wert wurde mit -12,0 Grad in Nettersbach dann am 29. Dezember erreicht. Jeweils -10,8 Grad gab es am 25. November in Medebach sowie in Schmallenberg-Westerbödefeld am 24. März (Ostermontag). Zu Jahresende sind aber noch etwas tiefere Werte möglich.

Eine ausgesprochene Hitzewelle blieb wie auch eine beständig sonnige Wetterphase im Sommer aus. Am wärmsten wurde es Anfang Juli, als im Vorfeld des für diese Jahreszeit sehr kräftigen Atlantiktiefs "Renate" Subtropikluft nach Deutschland strömte. Das absolute Temperaturmaximum wurde am 2. Juli in Emsdetten mit 36,1 Grad gemessen. Am selben Tag meldeten Köln-Porz-Wahn 35,9 und Marl 35,3 Grad.

Von einem trockenen Jahr kann man nicht gerade reden, jedoch liegen Niederschlagsmengen meist nur knapp über dem Durchschnitt. Als herausragendes Niederschlagsereignis ist das Dortmunder Unwetter am Abend des 26. Juli zu nennen, das in dieser Region viele Schäden durch Überschwemmung und Hagelschlag mit sich brachte. Die Meteomedia-Station Dortmund-Uni registrierte an diesem Tag 208 Liter Regen pro Quadratmeter. Über das Jahr regnete es aber im Sauerland am meisten, wo in Meinerzhagen-Redlendorf 1478 Liter pro Quadratmeter zusammenkamen. Auf der Nordhelle waren es 1359 und in Monschau-Kalterherberg 1348 Liter pro qm.

Erst am 27. März, drei Tage nach Ostern, kam das Schneemaximum der Saison 2007/08. Auf dem Kahlen Asten wurde am Morgen des 27. März eine Gesamtschneehöhe von 58 cm gemessen, Lüdenscheid meldete am 26. März eine Schneehöhe von 11 cm. Die höchste Schneedecke des Jahres gab es dann mit 74 cm im Hochsauerland (Kahler Asten) zum Nikolaustag.

Die Sonnenscheindauer ließ vor allem im Hochsommer zu wünschen übrig, auch im Gesamtjahr fehlen noch etwa zehn Prozent auf den klimatologischen Durchschnitt. Dabei schneiden die Regionen an der Eifel wie auch Westfalen im Vergleich zum Rheinland etwas besser ab. Mit 1780 Stunden am meisten Sonnenschein bekam Unna ab, an zweiter Stelle liegt Gronau mit 1768 Stunden und Wegberg mit 1764 Sonnenstunden.

Im Vergleich zu den Vorjahren war der Wind nicht ganz so häufig ein Thema, jedoch sorgte Orkantief „Emma” zum klimatologischen Frühlingsbeginn am 1. März für Orkanböen. In Büren-Ahden wurde eine Spitzenwindgeschwindigkeit von 135 km/h gemessen, damit übertraf diese Station sogar die 130 km/h vom Kahlen Asten. Auch in Fröndenberg gab es Orkanböen von 120 km/h.

Die letzten drei Dezembertage sind in dieser Bilanz noch nicht berücksichtigt.