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Aachen: Zu Tode gewürgt, weil er fernsehen wollte

Aachen : Zu Tode gewürgt, weil er fernsehen wollte

Michael K., der am Mittwoch 21 Jahre, alt wird, hat in der Nacht vom 8. auf den 9. Juni zwischen 23 und 24 Uhr , einen 41-jährigen Mitarbeiter des Aachener Don-Bosco-Heims in dessen Wohnung mit einem Würgegriff aus einer Kampfsportart geötet - unter anderem weil er weiter fernsehen wollte.

Die „erhebliche stumpfe Gewalt und die nachhaltige Kompression der Weichteile des Halses”, so der Rechtsmediziner zur Todesursache, führt nach etwa „fünf bis acht Minuten” zum Hirntod, zumal der Angeklagte dem Opfer auch noch „zwei bis drei” heftige Faustschläge ins Gesicht verpasste, als es sich für Sekunden wieder aufrichtete.

Der Hintergrund der Tat ist schwer verständlich. Die ruhigen, schuldeinsichtigen Beschreibungen, wie es zu der Tötung kam, lösten am Montag Beklemmungen im Aachener Landgericht aus. Beklemmungen, weil ein Jugendlicher die Ziel- und Grenzenlosigkeit seines sozialen Umfelds offen auf den Tisch des Gerichts unter Vorsitz von Gerd Nohl legte.

Mit Hintergedanken

Das wesentlich ältere Opfer hatte den Angeklagten, der einige Zeit vom Aachener Schwer-Erziehbaren-Projekt „Kaspar X” betreut wurde, bei sich zu Hause aufgenommen - mit Hintergedanken, wie Michael K. es beschrieb: „Er zog mich nackt mit unter die Dusche”, berichtete er. Und fasste ihn an Stellen an, die Männer ansonsten gegenseitig in Ruhe lassen.

Er ließ sich das nicht gefallen. Der Heimmitarbeiter soll wütend geworden sein, habe ihn auf die Straße setzen wollen. „Dabei hatte er versprochen”, so der Jugendliche ruhig, dass „ich an dem Tag bis in die Nacht den Fernseher anlassen durfte”. Der 41-Jährige sei zum Telefon in der Zweizimmerwohnung gegangen und wollte wohl die Polizei anrufen. Bis zur ersten „1” sei er gekommen, dann nahm er den Mann von hinten mit den Armen in einen doppelten Würgegriff, drückte mit der Hebelkraft zu.

Die Leiche brachte er aus der Küche ins Bett. In der Folgezeit verkaufte er HiFi-Geräte, brachte sogar einen Kumpel mit. Als der Geruch zu ekelhaft wurde, öffnete er tagsüber die Fenster und stellte einen Ventilator an. Zwei Wochen später wurde er verhaftet.