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Aachen/Düren: Zahnarzt fühlt sich massiv verleumdet

Aachen/Düren : Zahnarzt fühlt sich massiv verleumdet

„Heiß saniert” haben soll ein 59-jähriger Zahnarzt am Morgen des 3. Februar vergangenen Jahres seine Praxis im zweiten Stock eines Wohn- und Ärztehauses in der Dürener Innenstadt.

Dort betrieb der in Stolberg geborene Zahnarzt seit mehr als 25 Jahren eine gut gehende Praxis, machte als ehemaliger Zahntechniker sogar seine Prothetik selbst.

Jetzt aber muss er sich wegen besonders schwerer Brandstiftung und versuchtem Versicherungsbetrug vor dem Aachener Landgericht verantworten. Der Arzt bestritt die ihm zur Last gelegte Tat nachdrücklich. Massiv widersprach er Presseveröffentlichungen, er sei „pleite” und habe deshalb seine Räume angezündet.

Als der Hausmeister des Objektes auf dem Zeugenstuhl saß, machte ihm der Angeklagte massive Vorwürfe, Gerüchte dieser Art in die Welt gesetzt zu haben. Der Hausmeister (67) bestritt, das jemals „gegenüber Reportern” behauptet zu haben.

Nach Lappland

Eigentlich wollte der Zahnarzt bereits längst in Schweden, genauer in Lappland, seinen Beruf weiter ausüben. Das Privathaus in Düren war bereits verkauft, die Familie (seine Frau, zwei Töchter und zwei Söhne) zog zur fraglichen Zeit gerade in eine Mietwohnung um. Die Praxis in Düren habe er „heruntergefahren” und in Kürze gleichfalls veräußern wollen - dies übrigens auch aus gesundheitlichen Gründen.

Dazu kam es dann nicht mehr. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde um 4 Uhr früh die Feuerwehr vom Hausmeister alarmiert. Der wohnt im 1. Stock, hatte nachts mal „gemusst”, wie er dem Gericht erklärte. Da bemerkte er bereits in seiner eigenen Wohnung den Brandgeruch. Er sah nach, machte die Fahrstuhltüre auf, ein Schwall schwarzen Rauches kam ihm „wie eine Walze” entgegen. Trotzdem ging er im Flur nach oben, sah im nächsten Geschoss nach.

Brandbeschleuniger

Aus der Türe der Zahnarztpraxis sei Rauch gekommen. Auf Nachfrage von einem der drei Sachverständigen verneint der 67-Jährige die Frage, ob er „roten Schimmer” durch den Türspalt gesehen hatte. Nein, Flammen waren das wohl nicht in den Praxisräumen, es blieb bei einem Schwelbrand.

Dies, obwohl der Brand mit „Grillanzündern” und „Brandbeschleuniger”, wie es in der Anklage heißt, gelegt worden sein soll. Die Feuerwehr brach die Praxis auf und löschte den Brand.

Der Angeklagte beschwerte sich vehement, dass ihn niemand unterrichtet habe. Erst als er seine Praxishilfe telefonisch nicht erreichte, machte er sich gegen 9.20 Uhr auf den Weg. Dort habe sich ihm eine chaotisches Bild dargeboten. Fremde Menschen seien dort ein- und ausgegangen. Das Verfahren vor der 1. großen Strafkammer wird heute fortgesetzt.