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Würselen: Wonderwall: Drei junge erfolgreiche Stars ganz ohne eine „Casting-Show”

Würselen : Wonderwall: Drei junge erfolgreiche Stars ganz ohne eine „Casting-Show”

Noch vor einem Jahr nahmen Studium und Schule den Großteil ihrer Zeit in Anspruch. Musikmachen und Songs schreiben waren noch die Hobbys von Kati, Ela und Jule, den drei Kölnerinnen von Wonderwall. Inzwischen sind sie Popstars.

Mit der Botschaft an ihre Hörer, nach der jeder seinen individuellen Traum verwirklichen kann und soll, stürmten sie die Charts und räumten die wichtigsten Musikpreise ab. Ihr Studium haben sie auf Eis gelegt, denn die Fans warten auf ein neues Album.

Wonderwall kommen am Freitag auf die Bühne von Burg Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg. AZ-Mitarbeiter Michael Loesl unterhielt sich mit den drei Künstlerinnen.

Was bedeutet eigentlich euer Bandname „Wonderwall” für euch?

Ela: Wonderwall heißt auf deutsch Zauberwand oder Märchentor. Unsere Zauberwand ist die Musik, durch die wir zu unseren eigenen Weg gefunden haben. Unsere Wonderwall hat es uns ermöglicht, wir selbst sein zu können und unsere eigenen Songs schreiben zu können.

Das klingt alles märchenhaft leicht. Wie wird man denn in der Realität Popstar?

Ela: In dem man zum Casting geht! Nein, das ist nur ein Spaß. Wir hatten Glück. Kati kaufte in einem Instrumentenladen Gitarrensaiten und kam mit dem Verkäufer ins Gespräch. Als der erfuhr, dass wir uns das Gitarrespielen selbst beibrachten, zusammen spielten und Lieder schrieben, wurde er neugierig. Wir haben dann in Katis Kinderzimmer vor dem Kassettenrekorder gehockt, unsere Lieder gespielt und aufgenommen. Der Verkäufer gab die Kassette einem befreundeten Produzenten, dem unsere Lieder so gut gefielen, dass er sich dafür entschied, mit uns zu arbeiten.

Ist die Selbsterfüllung der Schlüssel zu eurem Erfolg?

Ela: Ich glaube schon. Es ist wichtig, dass man nichts nachmacht, sondern eigene Lieder ausprobiert. Die Plattenfirmen sind es gar nicht mehr gewöhnt, dass es junge Leute gibt, die zusammen spielen und eigene Lieder schreiben.

Werdet ihr in Würselen auch Gitarre spielen?

Jule: Nein, denn dafür hätten wir proben müssen. Wir sind gerade im Studio und nehmen unser neues Album auf, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Dafür haben wir aber eine tolle sechsköpfige Band, deren Mitglieder übrigens zum Großteil aus Aachen oder der Eifel kommen. Viele von ihnen spielen bei den Mighty Sleepwalkers.

Könnt ihr mit den Liedern von nur einem Album überhaupt ein abendfüllendes Programm gestalten?

Kati: Nur mit den Songs eines Albums wäre das sicher schwierig. Aber zum einen gibt es ein paar Single-B-Seiten, die wir spielen werden. Zum anderen haben wir in der Zwischenzeit jede Menge neue Songs geschrieben, die wir zum Teil gerade aufnehmen. Und davon werden wir auch in Würselen ein paar präsentieren. Sozusagen als Premiere vor dem Publikum.

Was hat sich für euch verändert, seit dem ihr mit eurem Debütalbum erfolgreich geworden seid?

Ela: Wir haben unser Studium unterbrochen, weil wir uns jetzt erst mal auf die Musikkarriere konzentrieren wollen. Ansonsten müssen wir sehr viel mehr reden, weil uns jeder interviewen will, und wir sind sehr selten zu Hause. Die Bühnen, auf denen wir spielen, sind größer geworden. Aber wir lassen uns von dem ganzen Rummel trotzdem nicht beeindrucken.

Hattet ihr mit dem großen Erfolg gerechnet?

Jule: Nein, denn Erfolg ist überhaupt nicht planbar. Wir sind eher überrascht vom Erfolg. Vor allem darüber, dass wir nun auch
in Skandinavien bekannt sind.

Wie seht ihr solche Retorten-Produkte wie die TV-„Superstars”?

Kati: Wir finden es schade, dass von jungen Leuten inzwischen gar nichts anderes mehr erwartet wird, als zum Casting zu gehen und dadurch zum Star zu werden. Wir sind doch das beste Beispiel dafür, dass es auch anders funktioniert.