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Aachen: „Wolke No. 7“: Himmlisches Bühnenpaar propagiert die Liebe

Aachen : „Wolke No. 7“: Himmlisches Bühnenpaar propagiert die Liebe

Candellight-Dinner? Sternenhimmel? Lieber „Wolke No. 7“ — so schön kann Romantik sein, wenn Annette Schmidt und Sasan Azodi vom Aachener Theater K die Treppe des Suermondt-Ludwig-Museums zu ihrer Bühne machen.

Er: rote Schuhe und rotes Rüschenhemd. Sie: Glitzerkleid in Rot, rote Kunstrosen am Mikrofonständer drapiert, ein Hut aus rosa Federn — die beiden haben keine Angst vor Kitsch. Und doch ist der Premierenabend am Samstag alles andere als kitschig.

Texte von Joseph von Eichendorf, Erich Kästner, Robert Gernhardt, Songs von Paul Young, David Bowie, Jacques Brel bringen die Liebe so leicht, zart und zugleich tief verwurzelt wie ein in voller Blüte stehender Kirschbaum in das ungewöhnliche Ausweichquartier des Theaters K. Schmunzeln, schwelgen, sehnsüchtig sein — das Programm des Abends.

Annette Schmidt verwebt die eher unbekannten Texte der bekannten Autoren so geschickt miteinander, als erzählten sie eine gemeinsame Geschichte. Zugleich singt sie die Evergreens der Liebeslieder wie „Love is in the air“ (Paul Young), „I can’t take my eyes off you“ (Frankie Valli) oder Zarah Leanders „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“, als wären sie gerade für sie geschrieben worden.

Sasan Azodi begleitet sie gefühlvoll und auch mal akzentuiert mit Gitarre und Soundmaschine. Zugleich lieferte er das Lied zum Abend. Sein Song „Wolke No. 7“ ist so unwahrscheinlich und zugleich kitschig schön, dass das begeisterte Premierenpublikum nicht umhin kommt, lauthals mitzusingen: „Und im Kühlschrank Regenbogenmilch.“

Schmidt und Azodi sind ein himmlisches Bühnenpaar, das noch vor dem Wonnemonat Mai die Liebe in all seinen Facetten feiert. Empfehlenswert für junge und alte Paare, frisch Verliebte und lange Vermählte!