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Aachen: „Wild Child Fashion”: Bizarre Harmonie der Künste

Aachen : „Wild Child Fashion”: Bizarre Harmonie der Künste

Einen neuen, kreativen und „wilden” Blick auf die Welt der Künste zu werfen, war die Idee hinter der am Wochenende gestarteten neuen Reihe „Wild Child Fashion” des Ludwig-Forums für Internationale Kunst.

Die Grenzen zwischen Mode, Performance, Musik und Kunst sollten dabei zerfließen. Den Auftakt zu „Wild Child Fashion” bot die Tanzkompanie „Nomade-s” aus Tokyo mit ihrer Choreografie „Standing on the brink”.

Die faszinierende Mischung aus modernem Tanztheater mit Licht- und Ton-Effekten, aus Kostümen und Bühnenbildelementen aus Zeitungspapier griff diese Idee der Kombination eindrucksvoll auf.

Zu Beginn entführen die sechs Tänzerinnen und Tänzer rund um die Kompaniegründer Nakao Ikemya und Noriko Kumagai das Publikum in einen neutralen Raum.

Rote Papierwände und rotes Inventar, ebenfalls aus rot-gefärbten japanischen Zeitungspapier gefertigt, geben Orientierung, ohne die Lokalität eindeutig zu definieren.

Ein Tänzer nach dem anderen erscheint und beginnt mit mechanischen Bewegungen. Die in Zeitungspapierschnipsel gehüllten Oberkörper beugten sich, die Arme flatterten und nach und nach werden die Bewegungen akrobatischer, intensiver. Alles verschmilzt zu einem Gesamtkunstwerk.

Der zweite Teil entführte in die Welt der Gefühle. Ein schreiendes Gesicht, ein Fallensteller, der sich kindisch über seinen Fang freut, ein Dritter, der suchend durch ein imaginäres Loch im Boden schaut. Kann ein Individuum seinen Platz in dieser Welt finden?

Absolutes visuelles und akustisches Highlight: Beethovens 9. Symphonie erklingt unter dem Regen hunderter Fahrradglocken, die auf Steinplatten prasseln. Ein perfektes Ganzes.