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Wien/Berlin: Wiener Philharmoniker sogar als Sänger

Wien/Berlin : Wiener Philharmoniker sogar als Sänger

Die traditionsreichen Konzerte der Berliner Philharmoniker und ihrer Wiener Kollegen haben als musikalische „Knallbonbons” zum Jahreswechsel Begeisterungsstürme ausgelöst.

Schwungvolle Musik - Walzer, Polkas, Märsche ebenso wie Musik von George Gershwin und Leonard Bernstein - prägten die vom ZDF live übertragenen beiden Konzerte.

„Die Musik ist die einzige Sprache der Welt, die alle Menschen verstehen”, sagte der Dirigent Nikolaus Harnoncourt beim 64. Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Auf sein Zeichen hin, erhoben sich die Musiker und wünschten lautstark „Prosit Neujahr”.

Harnoncourt weist Zuhörer zurecht

Überraschend präsentierte Harnoncourt die Philharmoniker im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins sogar als Sänger: Die Straußsche Bauernpolka, eine von vielen neuen Stücken, die Harnoncourt ins Programm nahm, unterstützten die Musiker mit ihren Stimmen.

Zu den Neuerungen zählten auch zwei Ungarische Tänze von Johannes Brahms und eine Tanz-Einlage des Kirov-Balletts aus St. Petersburg.

Für Irritation sorgten Besucher, die noch vor dem Ende eines Stückes mit dem Applaus einsetzten und von Harnoncourt zum Verstummen gebracht werden mussten.

Umso größer war dann der Jubel nach den beiden Traditionsstücken zum Abschluss des Konzertes: Dem Donauwalzer und dem Radetzkymarsch von Johann Strauß Sohn beziehungsweise Vater.

Sir Simon Rattles Chef-Premiere

Mit einem musikalischen Feuerwerk verabschiedeten die Berliner Philharmoniker das Jahr 2002. Im Mittelpunkt des traditionellen Silvesterkonzerts, bei dem erstmals Sir Simon Rattle als Chefdirigent den Stab führte, standen Kompositionen von Kurt Weill, Gershwin und Bernstein. Das Konzert war seit Wochen restlos ausverkauft.

Rattle, der zu Beginn der Saison die Leitung der Philharmoniker übernommen hatte, und das Orchester zeigten sich in bester Spiellaune und entrissen den rund 2000 Zuhörern begeisterten Applaus. Höhepunkt des Abends war die Aufführung in Auszügen von Bernsteins New-York-Oper „Wonderful Town”.

Davor hatten die Gesangssolisten Kim Criswell, Audra McDonald, Thomas Hampson und Brent Barrett Songs von Weill und auch die Gershwin-Hits „My mans gone now” und „Fascinatin rhythm” mit viel Charme und Schwung angestimmt.

Begleitet wurden die Sänger von den „European Voices”, die als Zugabe nach Ende des Konzerts die Zuhörer zum „Conga”-Tanz animierten.