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Köln: Wie von einem anderen Stern

Köln : Wie von einem anderen Stern

Eigentlich lieben sich Tubas und Alta innig. Aber wenn der Bär von einem Bass den Reizen einer schlanken Blondine aus dem Publikum erliegt, dann schreit das nach Rache. Flugs schnappt sich die agile Altistin aus den Reihen der Besucher einen knackigen Erdling und zeigt dem, wie in fernen Galaxien erotisch die Post abgeht.

Die Show der Voca People, die jetzt im Rahmen des Kölner „Sommerfestivals” vom Premierenpublikum wild umjubelt wurde, lebt von solchen Szenen. Belegen sie doch, dass auch Außerirdische im Grunde nur Menschen sind. 90 Minuten lang sorgen die Besatzungsmitglieder des Raumschiffs „Vocalactica” für intergalaktischen Spaß.

Die acht Besucher vom fernen Planeten Voca tragen weiße Anzüge, weiße Hemden und Handschuhe, ihre Gesichter sind weiß geschminkt und die Haare unter einer weißen Folie verborgen, die sie wie Glatzenträger aussehen lässt. Quirlig wuseln sie über die Bühne, immer auf der Suche nach der Energie, die in Musik liegt. Indem sie Zuschauer „anzapfen” und, per Handauflegen, deren musikalisches Gedankengut zum Vorschein bringen, singen sich die Virtuosen durch ein beachtliches Repertoire.

Es reicht von Film-, Kirchen- und Opernmusik über Pop, Rock und Grunge, HipHop, Techno und Ballett. James Bond, ET und der Pink Panther kommen zu Ehren, Figaros Hochzeit, Carmen und Beethovens Fünfte, das „Barbie Girl”, die „Sex Bomb” oder die größten Hits von Queen als Medley. All das erschöpft sich aber nicht in begnadetem a-capella-Gesang, sondern umfasst auch eine Form des „Beatboxings”, bei der Mund, Nase und Rachen einen ganzen Drum-Computer ersetzen.

Alle Töne, die die Voca People erzeugen, sind zu 100 Prozent unplugged und kommen ohne jedes Instrument aus. Wenn Kapitän Beat-On und seine Mannschaft am Ende auf ihren Planeten zurückkehren, dann gönnt man das ihnen, könnte aber trotzdem einen Nachschlag der extraterristrischen Vokalkunst vertragen.

Weitere Termine und Tickets

Die Voca People sind noch bis Sonntag, 14. August, im Rahmen des „Sommerfestivals” in der Kölner Philharmonie zu erleben.

Vorstellungen: dienstags bis freitags 20 Uhr, sonntags 18 Uhr, samstags 16 Uhr und 20 Uhr.