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Düsseldorf: Wie ein Mauerblümchen zur flotten Ballkönigin wird

Düsseldorf : Wie ein Mauerblümchen zur flotten Ballkönigin wird

Wie stellt man ein Mauerblümchen dar? Man setzt der Frau eine Brille auf die Nase. Und wie macht man deutlich, dass aus dem hässlichen Entlein ein schöner Schwan wird?

„Musst du eigentlich immer diese Brille tragen?” Nein!” Brille runter. Ballkönigin raus. Und von Kurzsichtigkeit keine Spur mehr.

Bis auf dieses Klischee - wobei es Regisseur Alex Balga glatt zuzutrauen ist, dass er das ironisch meint - kommt die Neuinszenierung des Musicals „Miami Nights” als peppiger Pop-Potpourri daher.

Bei der Premiere im Capitol-Theater gab es Standing Ovations und nicht enden wollenden Applaus. Vor allem für die rassige Deutsch-Kubanerin Patricia Meeden, die das Mauerblümchen spielt. Im Musical heißt die ungeküsste Schöne Laura, ist die Tochter kubanischer Einwanderer und träumt von einer Karriere auf dem Tanzparkett.

Mit Turniertänzer Jimmy (Felix Maximilian) wird nicht nur dieser Traum wahr, sondern auch der von der großen Liebe. Für die 21-jährige ist die Laura ihre erste Hauptrolle. Sie spielt sie mit Charme, Temperament und jugendlicher Frische. Nicht nur tänzerisch, sondern vor allem stimmlich überzeugt die Berlinerin.

„Miami Nights” ist bunt wie ein witziger Cartoon und heiß wie Chilisauce. Es gibt darin jede Menge Hits aus den 1980ern („Wild Boys”, „Careless Whisper”), tolle Salsa-Tanzszenen und die augenzwinkernde Hommage an die Ära der Schulterpolster und Fönfrisuren überrascht mit Dialogen, die bisweilen so pointiert daher kommen wie in einer Screwball-Comedy. Gelungenes Comeback.