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Berlin: Werner Herzog zum 60. Geburtstag im Filmmuseum

Berlin : Werner Herzog zum 60. Geburtstag im Filmmuseum

Werner Herzog gilt als einer der zentralen Regisseure des neuen deutschen Films. Aus Anlass seines 60. Geburtstags am 5. September hat ihm das Filmmuseum Berlin eine ebenso konzentrierte wie aufschlussreiche Ausstellung gewidmet, die sein Schaffen Revue passieren lässt.

Unter dem Titel eines seiner bekanntesten Filme, „Jeder für sich und Gott gegen alle” werden neben Requisiten einzelne Drehbücher, Standbilder und Filmausschnitte präsentiert.

Es zeigt sich, dass Herzog weit mehr als der Regisseur und Dompteur des Enfant Terrible Klaus Kinski war, mit dem er die vier preisgekönten Filme „Nosferatu”, „Aguirre, der Zorn Gottes”, „Woyzeck” und „Fitzcarraldo” abdrehte.

In seinen etwa vierzig Kinofilmen standen neben Eva Mattes und Bruno Ganz internationale Stars wie Isabell Adjani oder Claudia Cardinale vor der Kamera.

Zudem hat Werner Herzog, der eigentlich Werner Stipetic heißt, etliche Dokumentarfilme gedreht oder Lyrik, Drehbücher und Prosatexte wie "Vom Gehen im Eis" (Hanser 1978) veröffentlicht.

Seine Faszination für Musik hat er nicht nur im Film „Gesualdo - Tod für fünf Stimmen” bekundet, sondern auch als Opernregisseur etwa des „Fliegenden Holländers” vor dem Erfurter Dom oder dem „Lohengrin” in Bayreuth unter Beweis gestellt.

Herzogs Bühnenerfolge täuschen darüber hinweg, dass seine jüngsten Kinoprojekte nicht allzu erfolgreich waren und dass seine gleichzeitig bewunderte und umstrittene Art, Filme zu machen, hierzulande aus der Mode gekommen ist.

So erstaunt es nicht, dass Herzog inzwischen statt in seinen geliebten oberbayerischen Bergen in Los Angeles lebt.

Ausstellung: Jeder für sich und Gott gegen alle. Filmmuseum Berlin, Potsdamer Platz. Bis zum 30. November. Di-So: 10-18 Uhr.