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Andrea Berg in der Kölner Arena: Wenn ein Konzert zur Party wird

Andrea Berg in der Kölner Arena : Wenn ein Konzert zur Party wird

„In jedem Scherbenmeer seh’ ich ein Mosaik, bunt und schön, das den Morgen verspricht“, singt sie und währenddessen regnet es goldene Feuerfunken. In diesem Moment sind 12.000 Menschen rundum glücklich. Das 16. Studioalbum „Mosaik“ gibt der Tour von Andrea Berg den Namen.

Einen Namen, den es zu Recht trägt. Denn die gebürtige Krefelderin verschmilzt alte und neue Hits, fantasievolle Bühnenbilder und Kostüme, aufwändige Licht- und Lasereffekte zu einem bunten, glitzernden Klang- und Bilderteppich. So auch am Samstag in der ausverkauften Kölner Lanxess-Arena.

Das ist Schlagermusik, ja, aber dargeboten auf höchstem Niveau. Zwar betätigt sich die 53-Jährige nicht wie Kollegin Helene Fischer als Luftakrobatin an seidenen Tüchern, aber ansonsten steht ihre Show der Jüngeren in nichts nach. Unterstützt von den sechs Musikern ihrer grandiosen Band, vier Tänzerinnen und vier Tänzern hält Berg die Arena fast drei Stunden in Atem. Da ist es gut, dass es dazwischen eine Pause gibt. Nicht nur für die agile Künstlerin, sondern auch für ihr Publikum. Das sich in dieser Zeit vom Wechselbad der Gefühle, das es durchlebt hat, ein wenig erholen kann.

Wenn Andrea Berg den „Kilimandscharo“ beschwört, den sie mit ihrer Tochter bereist hat, fließen bei so mancher Mutter im bestuhlten Innenraum die Tränen, ihr „Ich werde lächeln, wenn du gehst“ macht jungen Mädchen Mut, die oben auf den Rängen noch am letzten Liebeskummer leiden. Die Paare, die sich tanzend in den Armen liegen, im hinteren Teil der Arena, müssen sich von „Ich würd dich so gern wiedersehen“ nicht trösten lassen – sie sind ja noch beieinander. Womöglich schon so lange, wie Berg bei ihnen ist.

Seit 28 Jahren schafft sie es immer wieder an die Spitze der Charts. Alles andere als unnahbar empfängt sie ihr Publikum „mitten in der Arena, mitten in meinem Bett, weil ich euch alle mitnehmen will, alle mitten in meine Träume hinein“. Das Bett, garniert mit Plüschtieren, Decken und Spitzenkissen, gibt es tatsächlich, leitmotivisch rahmt es die Show, eingangs und ausgangs von der Decke herabschwebend.

Berg entwirft sich als Märchenprinzessin im nilgrünen, bodenlangen Kleid, als Kämpferin für die Liebe im goldglänzenden Gladiatoren-Mini, als Astronautin in knappem weißen Korsagendress mit Schleppe („Hallo Houston“) und als Flower-Power-Frau im bunt glitzernden Hippie-Outfit. Da ist es längst kein Konzert mehr. Sondern eine Party. Bei der dann nicht nur der Mega-Hit „Du hast mich tausend mal belogen“ zu Ehren kommt, sondern auch mit „Ich liebe das Leben“ und „Griechischer Wein“ zwei Evergreens berühmter deutscher Kollegen.

Wer ganz genau hinsieht, kann inmitten der Tontechniker am Mischpult einen nicht minder berühmten Schweizer Kollegen entdecken: René Baumann alias DJ BoBo. Mit ihm gemeinsam hat Berg diese Show der Träume konzipiert.