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Landeskulturbericht NRW: Weniger Besucher in Museen und Theatern

Landeskulturbericht NRW : Weniger Besucher in Museen und Theatern

Die Landesregierung hat den zweiten Landeskulturbericht für NRW vorgelegt. Schon vor Corona sanken die Besucherzahlen in Museen und Theatern. Aber es gab auch Erfreuliches.

 Steigende Besuchszahlen in Orchesterkonzerten, weniger Andrang in Museen und Theatern – in ihrem Landeskulturbericht 2022 für Nordrhein-Westfalen zieht die schwarz-gelbe Landesregierung eine durchwachsene Bilanz.

Bei den öffentlichen Theatern gingen bei gestiegenen Zuschüssen die Besuchszahlen zurück. Sie sank in der Spielzeit 2018/2019 um knapp acht Prozent im Vergleich zu 2013/2014. Allerdings gab es laut Bericht weniger Angebote, und die Zahl der öffentlichen Theater und ihrer Spielstätten verringerte sich um knapp vier Prozent.

Die Zahl der Museen in NRW stieg laut Bericht von 2014 bis 2019 um fast 100, aber die Zahl der Ausstellungen (minus 155) ging ebenso zurück wie die Zahl der Besuche (minus 40.874).

Der Orchester-Musikbereich hingegen setzte seine Aufwärtsentwicklung fort. Mehr als 660.000 Vor-Ort-Besuche verzeichneten Konzerte öffentlich finanzierter Orchester in der Spielzeit 2018/2019 – zehn Prozent mehr als 2013/2014.

Die seit Anfang 2020 grassierende Coronavirus-Pandemie, die wegen der Lockdowns massive Auswirkungen auf den Kulturbetrieb hatte, ist in den Statistiken noch nicht berücksichtigt.

Die Zahl der öffentlichen Bibliotheken sank zwischen 2014 und 2019 um 122, was vor allem auf die Schließung neben- oder ehrenamtlich geführter kirchlicher Bibliotheken zurückzuführen ist. Dagegen verzeichneten die Bibliotheken insgesamt ein Plus von fast 323.000 bei den physischen Besuchen. Das liege möglicherweise an neuen Angeboten und „Aufenthaltsqualitäten“. Die Ausleihzahlen brachen dagegen aufgrund des digitalen Wandels um mehr als zehn Millionen ein.

Die Zahl der Buchhandlungen in NRW ging von 2014 bis 2018 um 117 auf 729 zurück. Die Zahl der Buchverlage sank um 80 auf 398. Aber immerhin gab es 2018 noch mehr Verlage als 2010 (375).

Deutlich weniger Besuchszahlen gab es dem Bericht zufolge bei den Kinos - obwohl es mehr Kinos und mehr Kinoleinwände gab. Allerdings lasse sich im längerfristigen Bild kein massiver Einbruch feststellen.

Im Wandel ist die stark ehrenamtlich geprägte Laienmusikkultur in NRW. Seit 2017 sei sowohl die Zahl der Chöre als auch der Mitglieder in Chören um gut zehn Prozent gesunken.

Der Landeskulturbericht wird seit 2017 regelmäßig zum Ende einer Legislaturperiode veröffentlicht. Den ersten Bericht erstellte noch die damalige rot-grüne Regierung.

Die Erkenntnisse zur Wirkung der „Stärkungsinitiative Kultur“ der schwarz-gelben Landesregierung sowie die Folgen der Corona-Pandemie werden erst im nächsten Landeskulturbericht abgebildet. So wuchs der Kulturhaushalt des Landes um rund 50 Prozent von 200 Millionen Euro im Jahr 2017 auf mehr als 315 Millionen Euro in diesem Jahr. Mehr als 370 Millionen Euro wurden nach Angaben des Kulturministeriums zusätzlich bereitgestellt, um die kulturelle Infrastruktur trotz tiefer corona-bedingter Einschnitte zu erhalten.

(dpa)