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Düsseldorf: Weiter Störungen bei der Bahn in NRW

Düsseldorf : Weiter Störungen bei der Bahn in NRW

Nach den Verspätungen in Folge des Orkans ist die Deutsche Bahn in die Kritik geraten: Der Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann kritisierte in der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse” das Krisenmanagement der Bahn in der Sturmnacht: „Der Stopp des Zugverkehrs wegen des Sturms war richtig, aber die Information der Kunden katastrophal und stümperhaft.”

Unterdessen haben auch am zweiten Tag nach dem Orkan „Kyrill” erhebliche Schäden den Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen stark behindert. Betroffen waren Fernverkehr und Regionalverkehr. Im Zentrum des Ruhrgebiets fuhr am Samstag nach wie vor kein Zug. „Den Fahrplan können wir total vergessen”, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn AG. In manchen Teilen des Landes sei erst Montagmittag wieder mit einer Normalisierung des Bahnbetriebs zu rechnen.

„Alles verfügbare Gerät und alle Reparatur-Trupps sind im Einsatz”, sagte der Sprecher. Die Strecke Essen-Duisburg solle am Samstagmittag gegen 14 Uhr wieder in Betrieb gehen, die Strecke Essen-Dortmund gegen 20 Uhr. Von den nordrhein-westfälischen S- Bahnen waren am Samstag lediglich die Linien 4, 8, 12 und 13 voll in Betrieb - alle anderen ruhten oder wurden nur teilweise befahren. Die Hauptstrecke Köln-Düsseldorf ist nach Angaben des Bahnsprechers seit dem frühen Samstagmorgen wieder passierbar. Auch die Strecke Dortmund-Köln via Wuppertal war befahrbar.

Die Strecken Venlo-Viersen, Krefeld-Viersen und Köln-Dormagen- Grund für das Verkehrschaos waren anhaltende Aufräumarbeiten sowie weiter herabfallende Äste und umstürzende Bäume. Neuss-Krefeld sind voraussichtlich bis Montag unbefahrbar. Auf manchen Strecken im Sauerland lägen so viele Bäume, dass die Räumung auch noch länger als bis Montag dauern könnte.

Die für den deutsch- niederländischen Bahnverkehr wichtige Strecke Emmerich-Oberhausen war am Samstag wieder frei. Insgesamt hat die Bahn in NRW ein 4500 Kilometer langes Streckennetz.

Der Kritik von Winfried Hermann schließt sich auch der Fahrgastverband „Pro Bahn” an: „Es gab offensichtlich keinen ausreichenden Notfallplan”, sagte der Verbandsvorsitzende Karl-Peter Naumann. Reisende seien während des Sturms nicht ausreichend über Verspätungen und gestrichene Zugverbindungen informiert worden. Auf Anzeigentafeln in Hauptbahnhöfen seien lange Zeit noch Verbindungen angezeigt worden, die längst gestrichen gewesen seien. Der Fahrgastverband rechnet mit einer regelrechten Welle von Beschwerden bei der sogenannten „Schlichtungsstelle Mobilität”.

Verteidigt wird die Bahn von der Union: Unions-Fraktionsvize Hans-Peter Friedrich sagte dem Blatt, Warn- und Krisenpläne hätten funktioniert, auch bei den Verkehrsunternehmen: „Für die Sicherheit muss im Zusammenhang mit Naturkatastrophen alles getan werden, dass gleichzeitig die alltäglichen Abläufe nach Fahrplan funktionieren, kann keiner erwarten.”

Laufend aktuelle Infos zum Bahnverkehr gibt es unter der kostenlosen Sonder-Hotline 08000/99 66 33.