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Düsseldorf: Weiter keine heiße Spur nach spektakulärer Flucht aus Landgericht

Düsseldorf : Weiter keine heiße Spur nach spektakulärer Flucht aus Landgericht

Rund einen Monat nach der spektakulären Flucht eines Angeklagten aus dem Düsseldorfer Landgericht fehlt von dem mutmaßlichen Drogenhändler weiterhin jede Spur.

Gegen mehrere Personen aus dem Verwandten- und Freundeskreis des 27-Jährigen werde wegen Fluchthilfe ermittelt, sagte ein Polizeisprecher. Die Beschuldigten verweigerten die Aussage.

Der Angeklagte sollte sich am 27. Mai vor dem Düsseldorfer Landgericht wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und unerlaubten Waffenbesitz verantworten. Laut Anklageschrift war er Drahtzieher von drei Drogenkurierfahrten, bei denen jeweils 20 Kilogramm Haschisch mit präparierten Autos von Marokko nach Deutschland geschafft wurden.

Kurz nach Beginn der Hauptverhandlung hatte das Gericht festgestellt, dass die beiden Verteidiger nicht erschienen waren. Daraufhin unterbrach die Kammer die Verhandlung, schickte das Publikum aus dem Saal und ordnete die Überstellung des Angeklagten in die Zellen des Landgerichts an.

In diesem Moment sprang der Mann über die Brüstung der Anklagebank, stieß die beiden anwesenden Justizwachtmeister zur Seite und floh über den Besuchereingang aus dem Verhandlungssaal. Anschließend gelangte er durch das Treppenhaus auf einen nahen Parkplatz. Dabei soll er einen weiteren Mann niedergeschlagen haben.

Vom Parkplatz flüchtete der 27-Jährige alleine mit einem Auto, das dort mit laufendem Motor für ihn bereitstand. Seitdem wurde der zuletzt in Hilden lebende Mann nicht mehr gesehen.

Die Flucht wurde von zahlreichen Zeugen beobachtet. Einer der beiden verletzten Justizwachtmeister musste wegen Prellungen und Platzwunden im Krankenhaus behandelt werden.