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Eschweiler: Wasser marsch: Unbekannte fluten Gymnasium

Eschweiler : Wasser marsch: Unbekannte fluten Gymnasium

Große Gipsklumpen liegen auf dem Boden, Instrumente ruhen verdreckt auf den Tischen, die Decke weist große Lücken auf. Und überall befinden sich Pfützen.

Das Zimmer erinnert kaum noch an den Musikraum des Städtischen Gymnasiums an der Gartenstraße. Jeder kann sofort erkennen: ein Wasserschaden. Doch dieser entstand nicht etwa durch ein aufgeplatztes Rohr, sondern durch unbekannte Vandalen. Ein Zufall verhinderte Schlimmeres.

Rückblende: Eine Reinigungskraft hält am Sonntag gegen 18 Uhr kurz mit ihrem Wagen am Gebäude an der Gartenstraße, wo sie eine Tasche holen will. Als die Dame den Flur betritt, fällt ihr sofort das Wasser auf dem Boden auf, ein roter armdicker Schlauch führt in eine Klasse. Sie ruft ihren Mann herein, der sofort das Wasser abriegelt.

Erst im Erdgeschoss, dann auch in der 1. Etage. An der Rückseite des Gebäudes beobachtet jemand parallel, wie zwei Unbekannte davonrennen. Der Zeuge beschreibt das Duo später als „Mädchen, etwa 12 bis 15 Jahre alt, etwa 1,50 Meter groß, beide schwarze lange Haare”. Eine Tatverdächtige war mit einer beigen Jacke bekleidet.

Als Feuerwehr, Polizei und schließlich auch Vertreter der Stadtverwaltung den Tatort betreten, wird schnell das Ausmaß des Schadens deutlich. Zwei rückseitige Kellerfenster sind eingetreten - dort haben sich die Vandalen offensichtlich Zugang verschafft. Im Kunstraum und auch im Flur verteilten sie Löschstaub aus einem Feuerlöscher.

Um die Räume darüber unter Wasser zu setzen, lösten sie die Sicherheitsschläuche aus der Verankerung und öffneten den Wasserhahn. Die Flüssigkeit drang durch die Böden und weichte teilweise Gipsplatten der Deckenkonstruktion auf, die in großen Brocken herunterfielen. Im Musikraum wurden einige Geräte und Instrumente in Mitleidenschaft gezogen. Die Spurensicherung der Polizei macht sich sofort an die Arbeit, während die Feuerwehr das Wasser aus den Räumen pumpt.

Den Schaden kann Schulreferent Dieter Kamp noch nicht beziffern. Eine auf Wasserschäden spezialisierte Firma wurde mit den Arbeiten beauftragt. Zwar ist die Stadt gegen solche Vorfälle versichert, dennoch droht den Tätern eine saftige Strafe: „Dies ist kein Streich, sondern massive Sachbeschädigung”, betont Kamp.

Weitere Zeugen können sich - auch vertraulich - an die Kriminalpolizei in Eschweiler wenden: 9577-33301.