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Was weiß das Internet über mich?

Was weiß das Internet über mich?

Klara klickt auf ein paar Internetseiten herum. Sie hat gegoogelt, wo sie günstig ein paar neue Schuhe kaufen kann. Danach hat sie Videos angeschaut und Kommentare geschrieben. Und noch kurz ein Spiel getestet. Dafür musste sie sich ab und an mit ihrer E-Mail-Adresse und anderen Daten anmelden.

Klara gibt es nicht wirklich, aber ihre Geschichte! Sie steht für viele Menschen. Denn immer wenn wir im Netz sind, sollen wir Angaben machen: Name, Alter, Wohnort. All diese Dinge werden irgendwo im Netz gespeichert. Und meistens machen wir uns darüber keine großen Gedanken. Doch manche Leute warnen davor, nicht so sorglos mit unseren Daten im Internet umzugehen. Nur: Was ist eigentlich das Problem daran?

„Wenn wir persönliche Daten von uns preisgeben, dann geben wir die Kontrolle über sie ab“, erklärt der Internet-Fachmann Stephan Humer. „Denn auch, wenn diese Infos kein großes Geheimnis für jemanden darstellen, können sie für andere sehr wertvoll sein.“

Denn aus gespeicherten Daten lassen sich viele Dinge über einen Menschen erfahren. Computerprogramme sammeln die vorhandenen Informationen wie etwa das Alter, das Geschlecht, den Standort oder welche Seiten besucht wurden. Dann ziehen sie daraus Schlüsse.

Etwa so: Wenn Klara zwölf Jahre alt ist, in Deutschland wohnt und sich Videos über Computerspiele anguckt — dann wünscht sie sich zu Weihnachten vielleicht eine Spielekonsole. Für Händler ist diese Information von großem Nutzen: Sie können erkennen, was wir mögen. Im Netz wird uns dann gezielt Werbung eingeblendet, die uns gefallen könnte.

Sofern die Daten nicht gegen uns verwendet werden. „Durch persönlich zugeschnittene Werbung werden wir ja nicht betrogen, aber beeinflusst“, sagt Stephan Humer.

Jedoch darf man nicht vergessen: Die Daten werden gespeichert, teilweise über lange Zeit. So könnten sie irgendwann auch für andere einsehbar werden. Etwa für eine Firma, ein Gericht oder Ärzte. „Das Internet merkt sich alles“, sagt Stephan Humer. Darum sollte jeder ein bisschen mitdenken, was man im Netz tatsächlich von sich preisgibt.

(dpa)