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Krekrade: Waries Dirie: Ein Küsschen für die Martin-Buber-Plakette

Krekrade : Waries Dirie: Ein Küsschen für die Martin-Buber-Plakette

Hoffnung. Waris Dirie mag dieses Wort nicht. „Hoffen ist bloß Warten und Nichtstun. Ich muss aber handeln. Lasst uns alle gemeinsam handeln!” Gewohnt kämpferisch für die Sache der afrikanischen Frauen gab sich die gebürtige Somalierin am Montag im Alten Rathaus in Kerkrade.

Dort hat die ehemalige UN-Sonderbotschafterin gegen die Beschneidung von Frauen und Mädchen - mit gut einem Jahr Verspätung - die Martin-Buber-Plakette entgegengenommen.

Verschwunden

Die von der niederländischen Euriade-Stiftung verliehene Auszeichnung hatte Dirie bereits im März 2007 erhalten sollen. Damals war die Schriftstellerin („Wüstenblume”, „Brief an meine Mutter”) jedoch mehrere Tage lang verschwunden. „Viele haben gedacht, dass sie auch nun nicht kommen wird”, sagte am Montag der Euriade-Intendant Dr. Werner Janssen.

Geradezu euphorisch reagierte Dirie auf die Plakette, die sie mehrfach küsste und an ihre Wange drückte. „Ich akzeptiere sie im Namen der Opfer in meiner Heimat.”

Etwa drei Millionen Frauen fielen dort jährlich der rituellen Genitalverstümmelung zum Opfer. Denen soll eine von Dirie 2002 gegründete Stiftung helfen. Der Kerkrader Bürgermeister Jos Som würdigte das Engagement des Gastes.

„Es macht mich stolz, eine solch engagierte Kämpferin gegen das an Frauen verübte Unrecht begrüßen zu dürfen.”

Auf besondere Weise verewigte sich das ehemalige Fotomodell im Gästebuch der Stadt. Mit einem Küsschen. „Liebe”, schrieb Dirie unter ihren Lippenabdruck. „Nur die Liebe bringt uns weiter.”