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Berlin: Von der Waffenkammer zum Ort für Geschichte

Berlin : Von der Waffenkammer zum Ort für Geschichte

Für das Deutsche Historische Museum in Berlin hat eine neue Ära begonnen. Mit der Schlüsselübergabe für den renovierten Barockbau am Boulevard Unter den Linden kann nun die Dauerausstellung über 2000 Jahre deutscher Geschichte eingerichtet werden.

Bei einer Feierstunde nahm Museumsdirektor Hans Ottomeyer am Freitag den Schlüssel für das renovierte Zeughaus in Empfang.

Auf einer Fläche von 7500 Quadratmetern wird von Anfang kommenden Jahres an mit Originalobjekten und Dokumenten ein Panorama der deutschen Geschichte präsentiert werden.

„Das Zeughaus bietet mit seiner quadratischen Form die Idealmaße für ein Museum”, sagte Ottomeyer.

Das Gebäude werde mit den großzügig angelegten Ausstellungsflächen auf zwei Etagen ein in Europa einmaliges Nationalmuseum sein. Das leer stehende Museum ist bereits von diesem Wochenende an bis zum 18. Januar für Besucher offen.

Im Obergeschoss des Hauptgebäudes soll die Ausstellung von den Ursprüngen der deutschen Geschichte über das Mittelalter bis zu den Jahren 1918/19 führen.

Im unteren Teil wird die Geschichte von der Zeit der Weimarer Republik bis zur Gegenwart gezeigt. Zu den Exponaten gehört auch ein Bauteil aus Waschbeton aus einer Plattenbausiedlung in Berlin-Marzahn. Das Museum besitzt fast eine Million Objekte aus den Beständen des früheren DDR-Museums für deutsche Geschichte und aus den Ankäufen der vergangenen Jahre.

Der Barockpalais in Sichtweite des Schlossplatzes war in den vergangenen fünf Jahren für 25 Millionen Euro unter Federführung des Architekturbüros Brenne generalsaniert und mit neuer Klima- und Brandschutztechnik ausgerüstet worden.

Bereits von 1994 bis 1998 wurden die Fassaden erneuert. Der von Andreas Schlüter entworfene Innenhof erhielt ein Glasdach.

Seit dem vergangenen Jahr ist der vom chinesisch-amerikanischen Architekten I.M. Pei entworfene Anbau für Wechselausstellungen nutzbar.

Das Glasgebäude mit einem markanten, spiralförmigen Turm ist durch einen unterirdischen Gang mit dem Haupthaus verbunden.

Das Zeughaus, von 1695 und 1730 unter anderem von Johann Arnold Nering, Andreas Schlüter und Jean de Bodt erbaut, war im 18. Jahrhundert die größte Waffenkammer Preußens.

Unter Federführung von Karl Friedrich Schinkel wurde das Arsenal 1815 zum Kriegsmuseum umgebaut. Kaiser Wilhelm I. erklärte das Zeughaus zur „Ruhmeshalle” der Armee.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es der preußischen Kunstsammlung angegliedert, die Nazis nutzten das Zeughaus als Aufmarschort.

Im Krieg wurde der Palast bis auf die Fassaden zerstört und zu DDR-Zeiten als Geschichtsmuseum wieder errichtet.