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Düsseldorf: Von der Renaissance bis heute: Der Kunstherbst in NRW

Düsseldorf : Von der Renaissance bis heute: Der Kunstherbst in NRW

Die Museen in Nordrhein-Westfalen bieten im Herbst Kunstausstellungen mit großen Namen und aus ungewöhnlichen Perspektiven. Eine Übersicht der landesweiten Ausstellungen ab Ende August:

DEGAS & RODIN: Ohne den Maler Edgar Degas und den Bildhauer Auguste Rodin, die beide 1917 starben, wäre die Moderne nicht denkbar. Beide kannten und schätzten sich, beide waren Rebellen und warfen Regeln über Bord. Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal zeigt vom 25. Oktober bis zum 26. Februar 2017 in der Ausstellung „Giganten im Wettlauf zur Moderne”, wie die beiden Impressionisten sich im Wettstreit um das Neue in der Kunst befanden.

PINAULT: Teile der immensen Sammlung des französischen Multimilliardärs Francois Pinault werden vom 7. Oktober bis zum 15. Januar 2017 erstmals in Deutschland im Museum Folkwang in Essen gezeigt. Die Schau „Dancing with Myself” legt den Schwerpunkt auf Selbstdarstellungen von Künstlern seit Ende der 1960er Jahre bis heute. In Malerei, Fotografie, Skulptur und Video wird die Präsenz von Künstlern wie Cindy Sherman, Gilbert & George, Bruce Nauman oder Maurizio Cattelan im eigenen Werk gezeigt. Pinault, Besitzer des Auktionshauses Christies, hat Museen in Venedig und eröffnet demnächst ein eigenes Ausstellungshaus in Paris. Er soll 3000 bis 4000 Werke besitzen.

WOLKE UND KRISTALL: Die Nachkriegszeit brachte auch in der Kunst Umbrüche. An die Stelle der Malerei traten die Konzeptkunst und der Minimalismus. Der Düsseldorfer Galerist Konrad Fischer (1939-1996) machte die Deutschen als einer der ersten mit den neuen Strömungen aus Amerika vertraut. 2014 kaufte die Kunstsammlung NRW die bedeutende Sammlung Dorothee und Konrad Fischer an. Vom 24. September bis zum 8. Januar 2017 zeigt die Landesgalerie unter dem Titel „Wolke & Kristall” rund 200 Arbeiten von etwa 40 Künstlern aus der Sammlung, darunter Hanne Darboven, Dan Flavin, Sol Lewitt, Carl Andre, Richard Long oder Bruce Nauman.

DAS UNHEIMLICHE HEIM: 1919 veröffentlichte Sigmund Freud den Essay „Das Unheimliche” über den Verlust des Vertrauten. Das Kunstmuseum Bonn zeigt vom 20. Oktober bis zum 29. Januar 2017, wie Ängste und Alptraumhaftes auch in die Kunst gelangten. Die Ausstellung folgt der

Kunst bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, von den Nabis zum Symbolismus und Expressionismus bis hin zur Neuen Sachlichkeit. Zu sehen sind rund 100 Werke von Künstlern wie Edvard Munch, Max Beckmann, James Ensor oder Pierre Bonnard.

HINTER DEM VORHANG: Das Wechselspiel zwischen Verbergen und Zeigen ist das Thema der Ausstellung „Hinter dem Vorhang. Verhüllung und Enthüllung seit der Renaissance” im Kunstpalast Düsseldorf. Vom 1. Oktober bis zum 22. Januar 2017 präsentiert Direktor Beat Wismer in seiner Abschiedsschau Kunstwerke aus sechs Jahrhunderten von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Kunst. Zu sehen sind Arbeiten von Tizian, Lucas Cranach d. Ä., El Greco, Tintoretto bis zu Arnold Böcklin, Robert Delaunay, Cindy Sherman, Christo und Gerhard Richter.

RICHARD DEACON: Großer Auftritt für den walisischen Bildhauer und Turner-Preisträger Richard Deacon. Das Museum Folkwang in Essen zeigt vom 26. August bis zum 13. November mit rund 150 Arbeiten die erste umfassende Schau seines grafischen Werks. Bekannt ist der 66-jährige Künstler und Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie vor allem für großformatige Skulpturen. Deacons bildhauerischen Arbeiten sind vom 4. September bis zum 5. März 2017 in zwei Ausstellungen der Langen Foundation und der Thomas Schütte Stiftung auf der Raketenstation Hombroich bei Neuss zu sehen.

MUSEUM LUDWIG WIRD 40: 2016 ist das Jubiläumsjahr des Museums Ludwig in Köln. Höhepunkt ist die Ausstellung „Wir nennen es Ludwig” vom 27. August bis zum 8. Januar 2017. Dafür wurden 25 internationale Künstler eingeladen neue Arbeiten mit Bezug zu dem Museum zu entwickeln oder Teile der Sammlung neu zu arrangieren.

DER RHEIN: Die Bundeskunsthalle versucht sich in einer europäischen Flussbiografie und präsentiert die größten Ereignisse aus über 2000 Jahren Kulturgeschichte des Rheins. Zu sehen sind mehr als 300 Exponate von der Prähistorie bis zur Gegenwart und Werke von Künstlern wie William Turner, Max Ernst, Anselm Kiefer und Andreas Gursky. Zeitgleich zu der Ausstellung vom 9. September bis zum 22. Januar wird in Kooperation mit dem LVR-Landesmuseum Bonn die Schau „Bilderstrom - Der Rhein und die Fotografie 2016-1853” präsentiert.

(dpa)