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Köln: Vom Wert der Medien: 20. medienforum.nrw beginnt

Köln : Vom Wert der Medien: 20. medienforum.nrw beginnt

Ihr Votum ist mitentscheidend für die Annahme des neuen deutschen Rundfunkstaatsvertrags. Wenn EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Montag (9. Juni) auf dem 20. medienforum.nrw in Köln spricht, dürfte ihr also die gesamte Aufmerksamkeit der zahlreich anwesenden Politikern und Intendanten gewiss sein.

„Wir erwarten eine lebhafte und kontroverse Debatte”, sagt Gernot Gehrke vom medienforum.nrw-Veranstalter LfM Nova. Denn nur einen Tag nach Abschluss des Branchentreffens, am 12. Juni, beraten die Ministerpräsidenten der Länder über den zwölften Rundfunkänderungsstaatsvertrag. Schon in Köln könnte Kroes zu erkennen geben, wie die EU-Kommission den umstrittenen geplanten Drei-Stufen-Test für neue Digital-Angebote von ARD und ZDF bewertet. Ärger droht auch bei der Zuweisung von Rundfunkfrequenzen, die aus Sicht der EU allein nach wirtschaftlichen Kriterien erfolgen soll.

Auch deshalb steht das 20. medienforum.nrw unter dem Motto „Vom Wert der Medien”. Noch nie seit Erfindung des Buchdrucks sei soviel vom Wert der Medien die Rede gewesen, sagte der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Norbert Schneider. Gemeint sei der Wert von Medien für Finanzinvestoren sowie der Wert für die Gesellschaft. „Diese Verbindung von ökonomischen und gesellschaftlichen Werten war nie augenfälliger”, betonte Schneider.

Vom 9. bis 11. Juni seien in Köln bis zu 80 Diskussionsrunden mit rund 300 Referenten geplant, darunter die führenden Persönlichkeiten der Branche, betonte Gernot Gehrke. Medienminister Andreas Krautscheid (CDU) erwartet, dass das diesjährige Medienforum den Erfolg des Vorjahres fortsetzt. Im Wettbewerb mit ähnlichen Veranstaltungen in München, Leipzig und Berlin sieht er das Kölner Treffen gut aufgestellt. „Es kommt nicht unbedingt darauf an, die größte Veranstaltung zu sein, sondern die mit der größten Relevanz. Und da ist das medienforum.nrw ausgezeichnet positioniert.”

Die Landesregierung unterstützt das medienforum.nrw mit 2,1 Millionen Euro. Weitere Mittel kommen von der Landesanstalt für Medien, der Stadt Köln sowie von Sponsoren und aus dem Verkauf von Eintrittskarten. „Wir sind von der Bedeutung einer solch zentralen Veranstaltung für NRW überzeugt”, sagte Krautscheid. Das bedeute aber auch, dass das Konzept und die Struktur des Medienforums jedes Jahr neu auf den Prüfstand gestellt würden.

Mit aktuellen technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen beschäftigt sich auf dem Medienforum vom 7. bis 10. Juni der diesjährige Internationale Filmkongress der Filmstiftung NRW. Unter anderem werden die Chancen und die Kosten der anstehenden Digitalisierung der Kinos diskutiert.

Auf dem internationalen Printkongress wird über „Verlagsindustrie im Umbruch - Strategien, Produkte, Geschäftsmodelle” gesprochen. Medienminister Krautscheid erinnerte daran, dass beim vergangenen medienforum.nrw die Gespräche für die viel beachtete Kooperation zwischen der WAZ-Gruppe und dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) angestoßen wurden. Seitdem sei viel in der Branche passiert: „Derzeit geben sich in der Staatskanzlei Produzenten und Verleger gegenseitig die Klinke in die Hand."

Noch vor Beginn des Medienforums zeigt das Kölner Festival Großes Fernsehen ab Donnerstag (5. Juni) hochwertige TV-Produktionen aus dem In- und Ausland vorab auf der Kinoleinwand. Bis zum 8. Juni stehen 19 Produktionen von 15 Sendern auf dem Programm. „Wir sind stolz auf die Entwicklung des Festivals, das im Vorjahr mit 3000 Besuchern eine sehr gute Resonanz gefunden hat”, sagt Festival-Mitbegründer Jürgen Brautmeier.

Nach den Vorführungen stünden Schauspieler, Regisseure, Produzenten und Redakteure für Fragen von Publikum und Fachbesuchern bereit. Als Schwerpunkt des diesjährigen Festivals nannte Brautmeier TV-Serien.