1. Kultur

Bonn: Vom Schmusesong bis zum Kracher: Toto auf der Museumsmeile

Bonn : Vom Schmusesong bis zum Kracher: Toto auf der Museumsmeile

Der „Union Jack” tanzt. Hoch über den Köpfen der rund 5000 Fans, die zum Konzert von Toto auf die Museumsmeile gekommen sind, setzt die wehende rotweißblaue Flagge ein deutliches Zeichen dafür, dass Drummer Simon Phillips einen eigenen Fanclub hat.

Zwei Stunden begeistert die Band aus Los Angeles das Publikum.

Seit rund zehn Jahren hat sich der 46-jährige Brite Simon Phillips einen festen Platz in der kalifornischen Formation ertrommelt.

Doch auch wenn Phillips zu den Überfliegern seiner Zunft zählt - was er bei einem frenetisch umjubelten Solo minutenlang unter Beweis stellt -, sein Vorgänger, Schlagzeuger Jeff Porcaro, ist nicht vergessen.

1992 starb der Bruder von Bassist Mike Porcaro unter mysteriösen Umständen. Auf ihrer „Through The Looking Glass”-Jubiläumstour spielen seine einstigen Mitstreiter für ihn, in memoriam, sein Lieblingsstück, George Harrisons „While My Guitar Gently Weeps”.

Ansonsten gibt es in Bonn nur wenig vom Cover-Album „Through The Looking Glass” zu hören, das sich die Band 2002 zu ihrem 25. Jubiläum gönnte. Mit „Bodhisattva” und „Cant Get Next To You” ist die Verneigung vor den musikalischen Vorbildern auch schon zu Ende.

Lieber bringen Toto Stücke aus der Dekade 1978 bis 1988. Den Fans ist das nur recht. „Africa”, „Afraid Of Love” oder „Rosanna” - das sind die zu Musik gewordenen 80er Jahre.

Gut zwei Stunden spielt die Band aus Los Angeles und lässt es dabei so richtig krachen. Der satte Sound von Steve Lukather (Voc./Git.), Mike Porcaro (Bass), Simon Phillips (Drums), Bobby Kimball (Voc.), Greg Phillinganes (Keys./Voc.), Tony Spinner (Back.voc./Git.) und John Jessel (Keys./Voc.) gefällt nicht nur denen, die mit Toto gealtert sind.

Auch jede Menge junger Leute haben dabei jede Menge Spaß: Sie tanzen, singen und recken begeistert die Arme in die Luft. Nicht nur Ausnahme-Drummer Phillips darf bei seinem starken Solo zeigen, was er drauf hat, sondern auch die Herren Phillinganes und Lukather bekommen ihren Extra-Auftritt.

Der Querschnitt, den die Band an diesem Abend bietet, reicht von Mega-Hits wie „Hold The Line” - bei dem ein Publikum, das völlig aus dem Häuschen ist, auf immer neuer Wiederholung des Refrains besteht - über das neu abgemischte Schmuse-Stück „I Wont Hold You Back” bis hin zur brachialen Zugabe „White Sister”.

Zuletzt waren Toto im Sommer 2000 auf der Museumsmeile zu hören. Hoffentlich dauert es bis zum nächsten Mal nicht wieder so lange.