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Aachen/Dortmund: „Virtueller Wald” erleichtert dem Förster die Arbeit

Aachen/Dortmund : „Virtueller Wald” erleichtert dem Förster die Arbeit

Forscher aus Dortmund und Aachen haben ein Computersystem entworfen, mit dem Wälder besser bewirtschaftet werden können. Bei dem in Dortmund vorgestellten „Virtueller Wald” genannten Projekt ist ein maßstabsgetreues Abbild des Arnsberger Forstes erstellt worden. Damit kann nun der Standort einzelner Bäume genau bestimmt werden.

In einer Art „digitaler Visitenkarte” sind außerdem Angaben zu Baumart, Höhe und Stammdicke enthalten. Möglich sind nun eine bessere Bestimmung des Erntezeitpunktes, eine satellitengesteuerte Navigation von Forstfahrzeugen zu einzelnen Bäumen oder die Steuerung von Brandbekämpfungen. Daneben können etwa Wachstum, Holzeinschlag oder eine Wiederaufforstung nach Sturmschäden simuliert werden, wie die Dortmunder Initiative zur rechnerintegrierten Fertigung (RIF) mitteilte.

Um die Daten zu gewinnen, wird der Wald aus der Luft vermessen. Dabei erzeugt ein Erfassungssystem des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit Hochgeschwindigkeits-Stereokameras im Flug dreidimensionale Bilder, die dann ausgewertet werden. Künftig soll das System auch Grundstücksgrenzen anzeigen können.

„Ziel ist es, dass Förster oder Waldarbeiter demnächst mit ihrem Pocket-PC durch den Wald gehen können, und sich Alter, Höhe, Besitzer und andere Daten jedes einzelnen Baumes anzeigen lassen und bearbeiten können, etwa einzelne Bäume zur Fällung markieren”, erklärte RIF-Projektleiter Prof. Jürgen Roßmann.

An dem von Land und EU geförderten 5,3 Millionen-Euro-Projekt sind neben Hochschullehrern aus Dortmund und Aachen auch Forschungsinstitute aus Göttingen und München beteiligt. Das System soll nun bis Ende 2008 weiterentwickelt werden, die im Pilotbetrieb mit den bestehenden Computersystemen des Landesbetriebes Wald und Holz zusammenarbeitet.