Aachen: Viel Beifall beim letzten Kammerkonzert der Saison

Aachen: Viel Beifall beim letzten Kammerkonzert der Saison

Ausnahmslos bekannte Namen standen diesmal auf dem Programmzettel des 4. und letzten Kammerkonzerts der Saison im wie gewohnt voll besetzten Spiegelfoyer des Aachener Theaters.

Auf Überraschungen musste man dennoch nicht verzichten. So gab die seltene Begegnung mit Bla Bartóks frühem Klavierquintett einen aufschlussreichen Einblick in die Werkstatt des Komponisten, bevor er sich der urwüchsigen Volksmusik seiner ungarischen Heimat widmete. In dem mit vier riesigen Sätzen bestückten Werk sind noch die Einflüsse von Brahms und Liszt greifbar und damit auch Essenzen der von Bartók später verpönten „Zigeunermusik”. Eine entwaffnend jugendliche Frische durchpulst den formal bisweilen ein wenig aus dem Ruder laufenden Jugendstreich.

Liszts Einfluss lässt sich nicht zuletzt an dem virtuosen Klavierpart ablesen, der mit seiner Dominanz die Streicher nicht selten in Bedrängnis bringt. Felix Giglberger und Emanuel Coman (Violine), Andrew Simpson (Viola) sowie Frauke Müller (Violoncello) drehten klanglich mächtig auf, um sich gegen die versierte Pianistin Marianne Reiser durchsetzen zu können. Das kostete allerdings manchen Verlust an Transparenz und Schwung.

Eröffnet wurde das Konzert mit dem späten Streichquartett op. 77 Nr. 1 von Joseph Haydn, das die vier Streicher kultiviert interpretierten. Allerdings ließen sie sich im Adagio zu einer unangemessenen Schwere verleiten, die sich sogar noch auf das folgende Presto-Menuett auswirkte, dem es an spritzigem Elan fehlte.

Es folgten zwei bekannte und dennoch nur selten live zu hörende Klavierlieder von Franz Schubert: „Auf dem Strom” mit Klavier und Horn sowie „Der Hirt auf dem Felsen” mit Klavier und Klarinette. Den opernhaften Gestus fingen die Sopranistin Evas Bernard, Michael Roberts am Horn, Philipp Zehm auf der Klarinette und Maria Reiser am Klavier ebenso sicher ein wie das fast klischeehaft romantische Kolorit, das die Blasinstrumente zusätzlich verströmten.

Viel Beifall für einen gelungenen Saisonabschluss. Das Konzert wird am Montag um 20 Uhr im Spiegelfoyer wiederholt.