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Willich: Viel Aufregung um billigen Zahnersatz

Willich : Viel Aufregung um billigen Zahnersatz

In Krefeld will der Unternehmer Werner Brandenbusch am 28. September die erste von insgesamt 400 McZahn-Zahnarztpraxen eröffnen. Der 54-Jährige aus Willich und seine Partner versprechen dabei den Patienten Zahnersatz aus der Regelversorgung zum Nulltarif.

Die Idee: McZahn lässt Inlays, Kronen und Brücken in China herstellen, die dort deutlich billiger sind. Die anfallenden Kosten werden dabei bereits vom Anteil der Krankenkassen an der Behandlung gedeckt.

Die Geschäftsidee sorgt unter Zahnärzten, Dentallaboren und Patienten für viel Aufregung. Während die Nachfrage der Patienten bereits jetzt sehr groß ist, ruft das Projekt Dentallabore und Zahnärzte auf den Plan, die fürchten, mit der vermeintlichen Billig-Konkurrenz nicht mithalten zu können.

Dabei bleibt es aber nicht bei öffentlicher Kritik. „Ich bekomme beleidigende Anrufe und E-Mails”, erklärt Brandenbusch. Doch das ficht ihn nicht an. „Eins ist klar: Ich will Wettbewerb schaffen. Das wird auch zum Verlust von Arbeitsplätzen bei Laboren und Praxen führen.” Er selbst will dagegen bis 2009 in ganz Deutschland rund 4000 neue Arbeitsplätze schaffen. Alleine in NRW sollen zwischen 1300 und 1500 Jobs entstehen.

Ein Erfolg der geplanten Zahnarztkette McZahn könnte bei den Dentallaboren in Nordrhein-Westfalen bis zu 1000 Arbeitsplätze kosten. Bundesweit seien zirka 6000 Jobs in Gefahr, sagte der Obermeister der Zahntechniker-Innung Düsseldorf, Dominik Kruchen. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass die Geschäftsidee von McZahn Erfolg haben wird”, fügte er hinzu.

Kruchen sagte, beim Zahnersatz komme es gerade bei aufwändigen Behandlungen auf die enge Zusammenarbeit von Zahnarzt und Dentallabor an. Dies könne McZahn nicht bieten. Zudem glaubt Kruchen, dass Patienten von der gewinnmaximierenden Haltung der Kette und damit der beteiligten Zahnärzte abgeschreckt würden. Es sei schließlich „ethisch bedenklich”, dass die Zahnärzte an dem Zahnersatz verdienten, den sie einsetzten. So bestehe die Gefahr, eine umfangreichere Behandlung vorzunehmen, als eigentlich notwendig sei, erklärte er.

Derzeit sind Kruchen zufolge viele Labore über die Konkurrenz von McZahn besorgt. Er habe aber keine Zweifel, dass sich die deutschen Labore im Preiskampf behaupten können. Zudem wollten die Innungen in den nächsten Monaten eine Öffentlichkeitsoffensive für die Qualitätsarbeit der Labore starten.