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Aachen: Versteinertes Gähnen eines Sauriers

Aachen : Versteinertes Gähnen eines Sauriers

Klänge und Geräusche transformiert der Kölner Künstler Klaus Osterwald auf der Töpferscheibe zu dreidimensionalen Keramikskulpturen, indem er dem rotierenden Objekt das Profil der dazugehörigen grafischen Klangkurve verleiht. Zusammen mit den elektronisch abgespielten Klängen bilden sie Rauminstallationen, die das Aachener Ludwig Forum bis zum 4. Mai präsentiert.

Die Schau mit dem Titel „Verdächtige Geräusche” bildet den Auftakt einer neuen Ausstellungsreihe, die unter dem Titel „Ground Floor Project” im halbjährlichen Wechsel die eigentümlich „unmusealen” Kellerräume des Hauses mit frischem künstlerischem Wind beleben soll.

Der gebürtige Oldenburger geht dabei nicht ohne Witz an seine bildhauerische Arbeit, wenn er zum Beispiel das Ploppen von „Werners” Kultsaftpulle „Bölk-stoff” - aus dem legendären Zeichentrickfilm - oder das jähe Entweichen von körpereigener Luft zu voluminösen, ungeahnt ästhetischen Skulpturen umformt.

Andersherum geht er vor, wenn er zunächst gewaltige, wurmartige Objekte herstellt, die wie Relikte aus einem anderen, fernen Erdzeitalter wirken, und sich dann überlegt, welcher urtümliche Klang hier wohl „versteinert” vorliegen könnte. Den formt er dann mit seiner eigenen Stimme. Forums-Chef Harald Kunde will dabei das „Gähnen eines Sauriers” vernommen haben - eine Interpretation, der der Künstler nicht zustimmen mag.

Selbst der „versteinerten Stille” gewinnt Osterwald noch eine Skulptur ab - indem er deren Oberfläche glatt und die Profilrille einfach weglässt. Zur Eröffnung erläutert RWTH-Akustik-Professor Michael Vorländer den Hintergrund.