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Aachen: Verdächtiger im Fall Johanna wieder frei

Aachen : Verdächtiger im Fall Johanna wieder frei

Im Fall der 13-jährigen Johanna aus Lübeck, die mehrere Wochen bei einem Chatroom-Freund in der Nähe von Euskirchen gelebt hatte, ist der Verdächtige freigelassen worden.

Er habe die Aufhebung des Haftbefehls beantragen müssen, sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller am Dienstagabend in Aachen. „Wir können den dringenden Tatverdacht nicht mehr bejahen”, sagte er.

Die sexuellen Handlungen zwischen den beiden hätten zwar stattgefunden, der 24 Jahre alte Verdächtige rechtfertige sich jedoch damit, dass er das Mädchen für älter als 14 gehalten habe. „Für den subjektiven Tatbestand hat das schon eine Bedeutung”, sagte Deller.

Die Staatsanwaltschaft habe Polizisten und Nachbarn danach gefragt, wie alt das Mädchen auf sie gewirkt habe, und auch den E-Mail-Verkehr des Mannes ausgewertet, der Johanna in einem Chatroom im Internet kennengelernt hatte. Auch daraus hätten sich aber keine Hinweise ergeben, dass er über das Alter des Kindes informiert gewesen sei. Deshalb habe der Verdächtige freigelassen werden müssen.

Johanna war Anfang Mai aus ihrem Lübecker Elternhaus weggelaufen und bundesweit gesucht worden. Nach mehreren Wochen wurde sie bei dem 24-Jährigen in Kall bei Euskirchen gefunden.