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Roermond/Sittard: Urilift zähmt „Wildpinkler” in Roermond

Roermond/Sittard : Urilift zähmt „Wildpinkler” in Roermond

Vor allem an den Wochenenden leidet der Sittarder Marktplatz unter einer wachsenden Zahl von „Wildpinklern”. Sie kommen nicht auf die Idee, die Toiletten eines der umliegenden Gasthäuser zu benutzen, sondern erleichtern sich in irgendeiner Ecke.

Kein schöner Anblick und eine Belästigung für Anwohner und Passanten. Um das Geschäft der „Wildplassers” in geordnete Bahnen zu lenken, plant die Stadt die Installation von Urilifts. Diese versenkbaren Urinale, die Platz für bis zu drei Benutzern bieten, sollen bis Ende dieses Jahres im Rahmen der Neugestaltung des Marktes errichtet werden.

Für Roermond hat sich jedenfalls die Anschaffung des 33.000 Euro teuren Edelstahl-Örtchens im Februar 2001 - damals als Weltneuheit bezeichnet - bezahlt gemacht. Wie eine Sprecherin der Stadt gestern betonte, habe man nur die besten Erfahrungen mit dem Urilift auf dem Bahnhofsvorplatz gemacht, der „sehr viel benutzt wird”. Freitags abends fährt er aus dem Boden, samstags morgens um sechs Uhr verschwindet er wieder. Samstags abends und Sonntag morgens wiederholt sich das Spiel - gesteuert per Fernbedienung.

Transport-Urilift in der Nähe des Theaters

Und weil der stationäre Urilift so rege angenommen wurde, hat die Stadt inzwischen einen transportablen angeschafft, der in der Nähe des Theaters platziert ist und dem noch ein weiterer folgen wird.

Die früheren „Wildpinkler” von Roermond sind aber wohl nicht nur wegen des besonderen Angebots der Stadt zahmer geworden, sondern wohl auch aus finanziellen Gründen. Wer nämlich außerhalb der öffentlichen Toiletten beim Urinieren erwischt wird, muss 50 Euro berappen. Und wer sich dann noch nicht einsichtig zeigt, muss ins Polizeigewahrsam. Auch Sittard bittet die „Sünder” schon jetzt zur Kasse.