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"Unnötig viel Stress bei der Urlaubsfahrt"

"Unnötig viel Stress bei der Urlaubsfahrt"

Eschweiler (an-o) - Bernd Redemanns Aufgabe besteht darin, Bilder zu korrigieren: Das vom Polizisten, der auf der Lauer liegt, um den Lastwagenfahrern Geld abzuknöpfen. Oder das vom Lkw-Lenker, der übermüdet und rücksichtslos einen schlecht gesicherten und gewarteten 40-Tonner fährt.

Redemann ist Oberkommissar bei der Autobahnpolizeiinspektion West in Eschweiler. Seine Klientel sind - nicht nur - die Lastwagenfahrer, sein Motto lautet: Prävention statt Repression, also informieren statt abkassieren.
Aktuelle Informationen aus Sicht der Fahrer bekommt er regelmäßig bei den Fernfahrerstammtischen, die bundesweit erstmals in der Autobahnraststätte Aachener Land Süd angeboten wurden: "Wir haben mit zwei Fahrern angefangen und sind inzwischen bei 40 bis 50 Leuten angekommen", erklärt Redemann. Aktuelles Thema ist derzeit das Anschnallen. Brummi-Piloten sind allzu häufig Gurtmuffel, Unfallvideos und Hintergrunddaten sollen dazu beitragen, dass auch im Lastwagen der Griff zum Gurt selbstverständlich wird.

Wohnmobile oft überladen

Mit der Bezeichnung "Fernfahrer-Stammtisch" ist er nicht glücklich: "Wir wollen uns nicht nur an die Fernfahrer wenden. Lieber wäre mir daher der Name Autobahnnutzer-Stammtisch, aber die alte Bezeichnung hat sich eingebürgert."

Denn Redemann hört bei den monatlichen Treffen vieles, was nicht nur die Trucker angeht: Regelmäßig zu Beginn der Urlaubssaison gibtÕs Ärger zwischen Lastern und den Urlaubsreisenden. "Dann sind sehr, sehr viele Amateure auf der Straße", umschreibt Redemann die Situation; besonders kritisch wird es bei Wohnanhängern oder Wohnmobilen: "Sie werden einmal im Jahr benutzt, die Leute kennen das Fahrverhalten nicht." Und das wird um so tückischer, als die Reise-Wagen oftmals mächtig überladen sind.

"Dazu machen sich die Leute unnötig viel Stress auf dem Weg in den Urlaub", hat Redemann beobachtet: Der Ferien-Start am Abend des letzten Arbeitstages zählt für ihn ebenso dazu wie mangelnde Vorbereitung: "Sie müssen mal darauf achten, wie viele Autos in der Ferienzeit vor Autobahnkreuzen auf dem Standstreifen stehen, weil die Leute den Weg suchen müssen."

Der Ärger mit den Fernfahrern beginnt, wenn das Wohnwagen-Gespann nach mühsamem Überholen in eine Lücke vor dem Laster drängt und dabei die Brems- und Reaktionswege eines Vierzigtonners unterschätzt und sie endet bei einer Rast am Rande der Autobahn: "Alles dicht" heißt es gerade in der Ferienzeit regelmäßig auf den Rastplätzen; zum Problem des allgemein zu knappen Lastwagen-Parkraumes kommt ein weiteres: Wohnwagen-Gespanne, deren Fahrer Probleme mit dem Einparken haben, blockieren mehrere Laster-Stellplätze. Ansätze zur Lösung sind die Erweiterung der Stellplätze, wie es am Rastplatz Aachener-Land-Süd (auf Betreiben der Stammtisch-Teilnehmer) geschehen ist.
Für die - in doppelter Hinsicht - heißen Tage des Jahres hat Autobahnpolizist Redemann einen allgemeinen Tipp für Urlauber und Fernfahrer: "Gelassenheit ist ganz wichtig."


Zum Thema:

Der nächste Fernfahrer-Stammtisch mit Regierungspräsident Jürgen Roters in der Raststätte Aachener Land-Süd ist am Mittwoch, 7. Mai, von 19 bis 21 Uhr: Ab 15 Uhr bittet das Deutsche Rote Kreuz zur Blutspende, um einen Knochenmarkspender für den an Leukämie erkrankten Thomas Spelthann aus Linnich zu finden; eine Cholesterin- und Blutzuckeruntersuchung gehört ebenfalls zum Gratis-Paket des DRK. Der ADAC stellt seinen Pkw-Prüfcontainer auf dem Parkplatz vor dem Rasthaus ab und bietet von 15 bis 20 Uhr einen kostenlosen Fahrzeug-Check an, dazu gibt es Country-Musik von Sänger Johnny Sanders (ab 20.30 Uhr).