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Hannover/Köln: Unicef-Mitarbeiter greifen Vorstand an

Hannover/Köln : Unicef-Mitarbeiter greifen Vorstand an

Mitarbeiter des Kinderhilfswerks Unicef haben den Vorstand und die Geschäftsführung der Organisation in Deutschland angegriffen. Das Krisenmanagement sei völlig schiefgelaufen, sagte Sigrid Schrader, Mitglied im Beirat der Organisation, am Freitag in Hannover auf ddp-Anfrage.

Die zurückgetretene Vorsitzende Heide Simonis und Geschäftsführer Dietrich Garlichs schöben die Verantwortung von einem zum anderen. Dies sei kein angemessenes Verhalten für die Führung einer großen Organisation wie Unicef.

Die Basis der ehrenamtlichen Mitarbeiter sei über die Geschäftspraktiken überhaupt nicht informiert worden, kritisierte Schrader. „Wir Ehrenamtlichen haben all das erst aus der Zeitung erfahren”, sagte sie. Die Tatsache, dass zum Teil hohe Beraterhonorare und Provisionen für Spendenakquise gezahlt worden seien, stoße bei vielen Mitarbeitern auf „absolutes Unverständnis”.

Eine Arbeitsgruppe in Nordrhein-Westfalen habe sich als Konsequenz aus der Krise bereits ganz aufgelöst. „Und es gibt einige andere, die darüber nachdenken”, sagte Schrader. Viele Mitarbeiter hätten Sorge, dass alles weiterlaufe wie bisher.

Der fünfköpfige Beirat, in dem Schrader sitzt, habe dem Vorstand bereits einen Forderungskatalog vorgelegt. Unter anderem soll der Geschäftsführer demnach künftig nicht mehr gleichzeitig im Vorstand sitzen können. Auch die Vorstandstätigkeit solle befristet werden.