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Köln: Uni-Studie: Neun von zehn Kölner Verkehrsrowdys männlich

Köln : Uni-Studie: Neun von zehn Kölner Verkehrsrowdys männlich

Gut 90 Prozent aller Verkehrs-Rowdys auf Kölns Straßen sind nach Polizeiangaben männlich.

Seit Jahren werde ein deutlicher Anstieg bei Aggressionsdelikten im Straßenverkehr - also etwa körperlicher Gewalt, Beleidigung oder Bedrohung verzeichnet, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Nun gebe es nach der Auswertungen von Studien der Universität Cambridge die Annahme, dass vor allem Single-Männer unter den Rowdys sein könnten.

Ein Projekt an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln solle Gewissheit bringen, sagte die Sprecherin und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung „Express”. Helmut Simon, der lange Leitender Polizeidirektor war, stieß bei seien Untersuchungen laut dem Zeitungsbericht auf die Cambridge-Studie aus dem Jahr 2004, der zufolge bei männlichen Singles der Testosteron-Wert höher liegt als bei gebundenen Männern.

Single-Männer reagierten daher oft übertrieben und unkontrolliert, seien häufiger in Schlägereien verwickelt und fielen im Straßenverkehr negativ auf. Testosteron ist ein Sexualhormon, das bei einem hohen Spiegel dominante und aggressive Verhaltensweisen fördert.

Die Kölner Polizeisprecherin betonte, ob es einen Zusammenhang gebe zwischen den wachsenden Aggressionsdelikt-Zahlen in Köln und den laut Cambridge-Studie Testosteron-bedingt rasenden Single- Männern, sei noch ungeklärt. Es sei aber Fakt, dass Delikte wie Beleidigung und Gewalt im Kölner Straßenverkehr zunähmen und Köln eine Stadt mit vielen Singles sei, erklärte die Sprecherin.

Die Hemmschwelle scheine zu sinken, wenn etwa ein Radfahrer auf einen nicht ausweichenden Fußgänger mit Fäusten losgehe oder ein bedrängter Autofahrer gleich aussteige und um sich schlage. Die Studie an der Fachhochschule soll auch klären, wie gezielter Präventionsarbeit geleistet werden kann.