Köln: Unbekanntes Gemälde von Schinkel entdeckt

Köln: Unbekanntes Gemälde von Schinkel entdeckt

Ein Kunstexperte eines Kölner Auktionshauses hat ein bisher unbekanntes Gemälde von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) entdeckt. Das Kunstwerk war für eine Kopie gehalten worden, wie ein Sprecher des Auktionshauses am Dienstag mitteilte.

Zu Schinkels bedeutenden Gemälden gehört die „Gotische Kirche auf einem Felsen am Meer” von 1815, das in der Nationalgalerie Berlin zu sehen ist. Eine im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald ausgestellte, weitgehend identische Leihgabe galt bis vor kurzem als Kopie der Schinkel-Zeit.

Otmar Plaßmann, Experte für Alte Meister und Gemälde des 19. Jahrhunderts, war wegen der herausragenden Qualität von einer eigenhändigen Arbeit Schinkels überzeugt. Das genaue Studium der Forschungslage sowie eine Infrarot-Aufnahme, die die Vorzeichnungen für die anspruchsvolleren Partien sichtbar machte, konnten den maßgeblichen Schinkel-Experten Helmut Börsch-Supan, überzeugen. Er hat inzwischen nach eingehender Untersuchung die Zuschreibung an Schinkel bestätigt.

Somit handelt es sich bei dem Gemälde nicht um eine bloße Kopie, sondern um eine Zweitfassung des Berliner Bildes aus der Hand des Künstlers selbst. Es soll am 15. Mai versteigert werden, der Schätzpreis liegt bei 140.000 bis 180.000 Euro.

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