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Aachen: Umwerfend brillant: Fibonacci Sequence

Aachen : Umwerfend brillant: Fibonacci Sequence

Fibonacci Sequence nennt sich das englische Kammermusikensemble, das sich jetzt im Rahmen der Quintessence-Konzerte im Aachener Krönungssaal vorstellte.

Die acht Musiker und Musikerinnen - vier Streicher, drei Bläser und eine Pianistin - sind nicht nur hervorragende solistische Könner, sondern fügen sich auch zu einer Spielgemeinschaft von außerordentlicher Perfektion und elementarer Musizierfreude zusammen.

Das zeigte sich vor allem beim Vortrag der beiden klassischen Werke, dem späten Klavierquartett g-moll KV 478 von Mozart und dem frühen Septett F-Dur op. 20 von Beethoven.

Genaue Ballance

Stephanie Gonley, die temperamentvolle, brillant den Ton angebende Geigerin, Yuko Inoue, die nicht minder tonschön musizierende Bratscherin, Andrew Fuller, der ungemein flexibel sich anpassende Cellist, sowie die ihren stellenweise fast virtuosen Klavierpart auskostende Kathrin Sturrock boten eine Wiedergabe des Mozart-Meisterwerks, die an Ausdrucksintensität wie Klangsensibilität keinen Wunsch offen ließ. Prächtig die genaue Balance der Streicher mit dem Klavier.

Von ähnlichem Ensemblegeist getragen war die abschließende Darstellung des Beethoven-Septetts, dieser - von Schuberts Oktett abgesehen - letzten klassischen Ausprägung unbeschwerten Serenadengeistes. Zu den Streichern trat der Kontrabassist Duncan McTier, der Klarinettist Julian Farrell, der Fagottist Dick Skinner sowie der Hornist Tim Brown.

Ein Musizieren aus dem Vollen überlegener Könnerschaft und genauester Ensemblekontrolle, im Adagio herrlich kantabel, in den schnellen Sätzen umwerfend brillant.

Daneben gab es Raritäten. Die Bearbeitung des Straussschen „Till Eulenspiegel” für Violine, Klarinette, Fagott, Horn und Kontrabass von Franz Hasenöhrl gehört zu den witzigen Pointen der Kammermusik, die vor allem den Hörer erfreut, der das groß besetzte Orchester-Original kennt.

Interessanter noch war „Not just a Place” für die seltene Triobesetzung von Viola, Kontrabass und Klavier der englischen Komponistin Cecilia McDowall.

Das mit brasilianischen Tango-Rhythmen virtuos spielende Stück, fast harmlos beginnend, aber sich dann zu wahrem Rausch steigernd, gab mit seiner entfesselt bravourösen Wiedergabe den „modernen” Kontrapunkt zu dem hochrangigen Konzertabend. Begeisterte Zustimmung, vor allem am Schluss.