Aachen: Über allem thront der Tod: Markus Lüpertz im Aachener Klinikum

Aachen: Über allem thront der Tod: Markus Lüpertz im Aachener Klinikum

Der Medicus trägt Harlekinmaske, Umhang und Spitzhut, alles in Schwarz. In der Hand hält er ein Urinfläschchen. Der Kampf gegen die Pest im Mittelalter, wie Markus Lüpertz ihn sieht, war halt ein dunkles Geschäft, und über allem thronte der Tod.

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Der deutsche Star-Maler und -Bildhauer hat eine Sonderedition seiner Grafik eigens für das Aachener Klinikum auflegen lassen, wo er jetzt über das ambitioniert weit gefasste Thema „Kunst und Medizin” sprach.

Vom Mittelalter über Rembrandt („Die Anatomie des Dr. Tulp”) bis Liebermann: Der 71-Jährige durcheilte die Kunstgeschichte in knapp 25 Minuten und mit entsprechend großen Sprüngen. Seine Grundthese: Medizin und Tod haben nicht nur voneinander profitiert, sondern im Grunde das gleiche Thema - den Kampf gegen den Tod hier, für Unsterblichkeit da. Und: Die Kunst hat die Medizin geadelt, indem sie das Bild vom Arzt als Ritter wider den „Sensenmann” entwarf. Lüpertz: „Das hat das Gefühl von Vertrauen etabliert, das der Mensch braucht, um geheilt zu werden.”

Meinungsstark und frei von falscher Bescheidenheit: Lüpertz, Professor und langjähriger Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, redet gerne und gut. Und einmal in Schwung, steigerte er sich in eine höchst amüsante Tirade gegen Handys und Laptops und für mehr Leichtsinn und Boheme.

Von der Grafik „Der Medicus” stehen übrigens 150 handsignierte und nummerierte Exemplare zum Verkauf, in zwei Variationen und zum Preis von 420 Euro. Wer Interesse hat, kann sich beim Klinikum melden: Tel. 0241/8088000.

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