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Park City/Aachen: Traum eines Filmemachers: Aachener beim Sundance-Fest

Park City/Aachen : Traum eines Filmemachers: Aachener beim Sundance-Fest

„Houston“ hatte kein Problem: Beim berühmten Sundance-Filmfestival von „Sundance Kid“ Robert Redford feierte der neue und bislang größte Spielfilm des jungen, aus Aachen stammenden Produzenten Martin Heisler seine erfolgreiche Weltpremiere.

„Houston“, inszeniert von Regisseur Bastian Günther (mit „Autopiloten“ 2009 Gast beim Aachener „Made in Europe“), ist das Drama um einen alkoholkranken Headhunter, gespielt von Ulrich Tukur. Martin Heisler berichtet begeistert, dass „die Kinos ausverkauft sind und das Publikum bei allen Höhen und Tiefen, die unser Headhunter Ulrich Tukur im Film durchlebt, emotional voll mitgeht“.

Besonders auffällig sei, dass der Humor des Films in den USA besonders geschätzt würde. Es gäbe viel Lachen im Publikum. „Was in einem wunderbaren Kon-trast zu den tiefen, eher melancholischen Momenten des Films steht, der ja die Untergangsspirale eines Mannes erzählt.“ Das ganze Team sei sehr froh und gerührt gewesen, weil bei der langjährigen Arbeit immer der Traum im Hinterkopf war, „Houston“ in Sundance zeigen zu können. Für die europäische Festivalpremiere peilt Martin Heisler nun Cannes, Locarno oder San Sebastian an.

Mekka der Unabhängigen

Das Sundance-Festival ist das erste internationale Filmfestival des Kalenderjahres und gilt als Mekka des (von den großen Studios) „unabhängigen Films“. Es wurde vor 29 Jahren im Ski-Ressort Park City, Utah, von Robert Redford gegründet und wird immer noch vom berühmten Schauspieler und Regisseur begleitet, der 1969 zusammen mit Paul Newman „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ („Zwei Banditen“) spielte. Hier wurde Quentin Tarantino entdeckt, hier trifft sich die internationale Filmszene immer noch auf Suche nach neuen Talenten.

Für Martin Heisler und seine Berliner Firma „Lichtblick Media“, deren junge Produzentenkarriere nach den Erfolgen von „David wants to fly“ und „Vergiss mein nicht“ in diesem Jahr weitere große Schritte wagt, begann bei Sundance eine Premieren-Tour: „Vergiss mein nicht“ läuft gerade beim Filmfestival Rotterdam sowie beim Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken und startet am 31. Januar mit für Dokumentarfilme sensationellen 43 Kopien deutschlandweit, auch in Aachen.

Regisseur David Sieveking, der die letzten Monate seiner dementen Mutter aufnahm, wird am Samstag (2. Februar, 20 Uhr) den Film und das später entstandene Buch mit gleichem Titel im Aachener Eden-Kino zusammen mit Martin Heisler vorstellen. Das Dokumentarfilmdebüt „Einzelkämpfer“ von Sandra Kaudelka, das die Geschichte ehemaliger Spitzensportler der DDR und ihr Leben in zwei politischen Systemen erzählt, wird am 15. Februar auf der Berlinale Premiere feiern. Ein spannender Jahresauftakt, bei dem sich Martin Heisler ganz besonders auf das Heimspiel am nächsten Samstag freut.