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Alsdorf: Tief im Lokalkolorit verwurzelte Alltags-Ansichten

Alsdorf : Tief im Lokalkolorit verwurzelte Alltags-Ansichten

Bremen kann warten. „Jetzt heißt es sicher bald wieder: Mit diesen Witzen würde der doch in Bremen niemals ankommen. Kann sein. Aber solange ich hier damit ankomme, kann Bremen mich mal!” So ist er, der Jürgen Beckers alias Jürgen B. Hausmann.

Konsequent heimatverbunden. Mag sein mundartlicher Sprachwitz außerhalb der Region schwer nachvollziehbar sein: innerhalb ist der Mann damit ein Knaller. Weshalb er auch beim vierten Bühnenprogramm „Mensch, Hausmann - wie das Leben so spielt” auf bewährte Zutaten setzt.

Der Grenzgänger zwischen Kabarett und Karnevalsbütt zeigt sich jüngst bei der Premiere in der Alsdorfer Stadthalle konservativ statt experimentierfreudig. Und das in positivem Sinne. Statt neues Terrain zu betreten, gewinnt er dem alten neue Erkenntnisse ab. Dem Eheleben etwa. „Was ist irgendwann die wichtigste Frage in jeder Ehe? Schatz, willst du heute spülen oder abtrocknen?”

Auch den Tierfreunden: „Mancher übertreibt es ja mit seiner Hundeliebe. Ein Freund von mir war kürzlich schon mit seinem inneren Oder den Frauen: „Die sind uns Männern eigentlich viel zu kommunikativ. Wenn eine Frau den Telefonhörer aus der Hand legt, ist das für die ja fast eine Organspende.”

Der Lehrer Beckers kommt ebenfalls erneut zu Wort: „Kürzlich hab´ ich meinen Schülern ein Buch gezeigt. Sagt einer: Ey geil, Alter. Kannste mir das auch mal brennen?”

Harald Claßen, seit dem ersten Programm Beckers´ verlässlicher musikalischer Bühnenpartner, ist auch beim vierten samt Keyboard dabei. Zusammen basteln sie aus Peter Alexanders „Kleiner Kneipe” eine Ballade für Esoteriker („...statt Bier und Kippen gibt´s jetzt bloß noch Grüntee”) und machen aus der Sinatra-Hymne „New York, New York” ganz unbescheiden den eigenen Eröffnungssong.

Zwischendurch gibt es viele Betrachtungen zum Dialekt: „Mit wie viel âä´ schreibt man bei uns eigentlich Madeleine? Mit zwei? Madälän?” So vergehen zwei Stunden voller Alltagsbeoachtungen, die teils tief im Lokalkolorit verwurzelt sind und vom Publikum begeistert beklatscht werden. So funktioniert Beckers eben am besten. „Andere Zuschauer sagen: Heute gehen wir mal ins Kabarett. Meine sagen: Heute gehen wir zum Jürgen.”